Wie einst Whitney Houston und Kevin Costner – und doch anders

Wie einst Whitney Houston und Kevin Costner – und doch anders

Köln ist nach fünf Jahren wieder ein dauerhafter Musical-Standort: Im Musical-Dome hat am Samstag „Bodyguard“ Deutschland-Premiere gefeiert. Mindestens bis 2017 ist das Stück mit Musik von Whitney Houston dort zu sehen.

Eines vorneweg: Das Lied, auf das alle Besucher der Deutschland-Premiere im Musical-Dome in Köln gewartet haben, meistert Patricia Meeden als Rachel Marron mit Bravour: Seit Whitney Houston selbst hat wohl kaum jemand so viel Kraft und gleichzeitig so viel Gefühl in "I will always love you" gelegt wie sie. Überhaupt liegen ihr Balladen mehr als die peppigen Stücke. Sehr gut: Meeden im Zusammenspiel mit der fantastischen Tertia Botha als Nicki Marron beim Lied "Run to you".

Zum Musical gehören nicht nur Lieder aus dem 45 Millionen Mal verkauften Soundtrack, sondern auch andere Hits der 2012 verstorbenen Soul-Diva - "How will I know", "I wanna dance with somebody" oder "One moment in time"; allesamt passend eingebettet in die Geschichte .

Diese bietet vereinzelte Änderungen zur Handlung des Films, den Whitney Houston und Kevin Costner 1992 zum zweiterfolgreichsten Hit des Jahres machten. Lawrence Kasdan, der auch das Buch zum Musical schrieb, betont auch, dass es kein klassisches Remake sei, sondern eine Weiterentwicklung der Story. Die Unterschiede tun dem Musical gut; es bleibt Spannung erhalten - auch für die Zuschauer, die den Film kennen. Und die Szene, in der Jürgen Fischer als Frank Farmer in einer Karaoke-Bar "I will always love you" eher schlecht als recht singt, sorgt sogar für Lacher im Stück, dessen Texte in Deutsch und Songs in Englisch vorgetragen werden. Es erzählt die Geschichte des Mega-Stars Rachel Marron, der Drohungen erhält. Frank Farmer soll sie beschützen. Bodyguard und Sängerin verlieben sich. Die Oscar-Verleihung wird zum Showdown. Gewinnt sie die Trophäe? Wird der Attentäter zuschlagen? Diese Szene wirkt angesichts der derzeitigen Situation besonders beklemmend und realistisch: Sicherheitsleute bewachen die Türen des Theatersaals, laufen durchs Publikum. Ein roter Strahl zielt auf Rachel Marron. Ein Schuss fällt. . .

Spielzeiten: dienstags sowie donnerstags bis samstags um 19.30 Uhr, mittwochs und sonntags um 18.30 Uhr sowie nachmittags um 14.30 Uhr (samstags) und um 14 Uhr (sonntags). Der Montag ist spielfrei. Tickets kosten zwischen 29 und 109 Euro.