Saarbrücken/Sulzbach: Wie ein Sulzbacher Verein in Afrika hilft

Saarbrücken/Sulzbach : Wie ein Sulzbacher Verein in Afrika hilft

Benin ist eines der ärmsten Länder der Welt. Weil es fast an allem Nötigen mangelt, bekommt es private Hilfe aus dem Saarland.

„Brüderlichkeit, Gerechtigkeit, Arbeit“ – das ist der Wahlspruch des westafrikanischen Landes Benin. Und es scheint, als habe sich der Sulzbacher Verein „Sulzbach hilft Benin“ dieses Motto für seine Arbeit zu eigen gemacht. Der Verein pflegt seit 2008 eine enge Partnerschaft mit der Stadt Bassila in Benin und unterstützt dort mehrere Hilfsprojekte. Bassila hat rund 130 000 Einwohner, das Gebiet ist aber ungefähr so groß wie das ganze Saarland. Jetzt war eine Delegation zu Besuch im Regionalverband.

Eine besondere Herzensangelegenheit ist den Vereinsmitgliedern die Hilfe für Waisenkinder und Kinder aus sehr armen Familien, für der Verein Paten sucht. 15 Euro pro Monat kostet solch eine Patenschaft. Frau Foussénatou Koudoro ist auf Beniner Seite die Leiterin des Patenkinderprojekts und dafür zuständig, Kinder auszusuchen, die für eine Förderung in Frage kommen. Oft wird sie von Lehrern auf Kinder aufmerksam gemacht, die ohne Pausenbrot oder ohne Schuhe in die Schule kommen und offenkundig hilfsbedürftig sind. Dann informieren sie Frau Koudoro. Die Soziologin geht dann in die Familien und informiert sich über die Situation. Bei Bedarf meldet sie sich dann beim Sulzbacher Verein. Knapp 130 Kinder haben bislang Paten gefunden. „Wir haben Paten in ganz Deutschland und sogar in Frankreich. Und wir garantieren, dass das Geld, das wir erhalten, komplett für die Hilfsprojekte verwendet werden“, sagt Elfriede Mohr, die stellvertretende Vereinsvorsitzende.

Bassilas Bürgermeister Abou Barkari Gomina steht jeden Tag vor einer Reihe großer Herausforderungen: „Armut ist für uns das größte Problem. Viele Schüler sind nicht in der Lage, in weiterführende Schulen zu gehen, weil sie das Schulgeld nicht bezahlen können. Das zweite große Problem ist die medizinische Versorgung, denn eine Krankenversicherung gibt es nicht.“ Auch fließendes Wasser ist keine Selbstverständlichkeit.

Auf dem Land versorgt sich die Bevölkerung mit Wasser aus Brunnen, die Qualität ist aber oft bedenklich. Es mangelt  grundsätzlich an frischem, sauberem Wasser.Hilfe bekommt Bürgermeister Gomina kaum. „Die staatliche Unterstützung ist ein Tropfen auf dem heißen Stein.“ Hilfe komme aber außer von privaten Vereinen wie dem aus Sulzbach immerhin auch von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit.

Elfriede Mohr hat sich zum Ziel gesetzt, eine Krankenstation in Bassila „frauengerecht“ auszustatten, vor allem die Entbindungsstation. Bei einem ihrer Besucher präsentierte man ihr als Entbindungstisch ein einfaches Brett, „viel mehr war es nicht“, erinnert sich Mohr. „Nach einem Jahr war das Ding dann Gottseidankweg.“ „Man kann nicht ausdrücken, wie schlimm das in der Station aussah“, ergänzt  Volker Rauch.  „Die Leute müssen erst mal, bezahlen, bevor sie aufgenommen werden. „Es ist schon vorgekommen, dass Frauen, die einen Kaiserschnitt benötigt hätten, vor dem Krankenhaus gestorben sind, weil sie kein Geld hatten“, erklärt Elfriede Mohr. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation ist Benin eines der ärmsten Länder der Welt.

Gomina ist zum ersten Mal in Deutschland, in Europa überhaupt,  und es gefällt ihm hier: „Die Leute sind nett und gastfreundlich und hier ist alles so schön sauber.“ Besonders beeindruckt hat ihn ein Besuch auf dem Grubengelände Göttelborn. Ihn fasziniert, dass man die alten Industrieanlagen erhält und in die Kulturlandschaft einbindet, sagt Gomina. Die Unterstützung aus Sulzbach ist ihm jedenfalls auch nach seiner Rückkehr nach Afrika  gewiss, im Geiste von  Brüderlichkeit und Gerechtigkeit.