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Wie das Saarland bis 2015 aussehen soll

Saarbrücken. Der Arbeitskreis Wirtschaft (AKW), dem rund 400 Persönlichkeiten überwiegend aus dem Mittelstand angehören, hat eine "Vision 2015" entwickelt. Diese diente am Dienstagabend als Grundlage für eine Podiumsdiskussion in der IHK mit den Spitzenpolitikern von CDU, SPD, FDP und den Grünen für die Landtagswahl

Saarbrücken. Der Arbeitskreis Wirtschaft (AKW), dem rund 400 Persönlichkeiten überwiegend aus dem Mittelstand angehören, hat eine "Vision 2015" entwickelt. Diese diente am Dienstagabend als Grundlage für eine Podiumsdiskussion in der IHK mit den Spitzenpolitikern von CDU, SPD, FDP und den Grünen für die Landtagswahl.Laut "Vision 2015" sind unter anderem die Forschungs- und Entwicklungsinstitute deutlich mehr mit der Wirtschaft verbunden, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser gesichert, der Strukturwandel abgeschlossen, mehr Wettbewerb der Schulen untereinander um die besten Angebote in der Bildung gewährleistet, der Spitzenplatz in der beruflichen Ausbildung verteidigt, die Mittelstandsförderung stark verbessert, die Unternehmerlücke durch mehr Selbstständigkeit geschlossen und in der Energieversorgung eine gut ausgebaute Netzinfrastruktur mit Nähe zu industriellen Großverbrauchern gewährleistet.


Ministerpräsident Peter Müller hält die Erneuerung des Kraftwerksparks für dringend erforderlich. Eine Blockade wie in Ensdorf dürfe sich nicht wiederholen. Man könne nicht nur auf erneuerbare Energien setzen. Das Gymnasium in acht Jahren (G 8) sei der richtige Weg zu besserer Bildung. Allerdings müssten Lehrpläne entrümpelt und die pädagogischen Fähigkeiten der Lehrkräfte verbessert werden. SPD-Chef Heiko Maas sieht einen Forschungsschwerpunkt in möglichst sinnvoller Energienutzung. Das könne viele Arbeitsplätze bringen. Das Saarland solle mehr auf Kohleverstromung und erneuerbare Energien setzen. Die Ausgaben für Bildung im Landeshaushalt müssten erhöht, das Angebot an Ganztagsschulen erweitert, G 8 zumindest reformiert werden durch entrümpelte Lehrpläne. Zu viele Schüler brauchten Nachhilfe. Christoph Hartmann (FDP) hält mehr Eigenständigkeit und Wettbewerb der Schulen um die besten Angebote für richtig. Ohne Erneuerung gebe es den Kraftwerkspark 2020 nicht mehr. Ohne Braunkohle, Steinkohle und Atom müssten erneuerbare Energien 90 Prozent der Versorgung leisten, was Unsinn sei. Für Grünen-Chef Hubert Ulrich haben "Energie-Dinosaurier" wie das ursprünglich geplante Kraftwerk Ensdorf keine Akzeptanz. Nötig seien überschaubare Kraftwerke auf Gasbasis mit Kraft-Wärmekopplung und der Einsatz von mehr erneuerbaren Energien. Das bringe Jobs. G 8 fördere eine Zwei-Klassengesellschaft. ts