Wenn das Arbeitszeugnis schlecht ist

Wenn das Arbeitszeugnis schlecht ist

Das Zeugnis, das ich von meinem letzten Arbeitgeber erhalten habe, ist sehr dürftig. Stimmt es, dass ein Arbeitnehmer einen Anspruch auf ein gutes Zeugnis hat, und wie kann ich erreichen, dass es geändert wird?Ein Arbeitszeugnis muss wahrheitsgemäß und wohlwollend formuliert werden. Wohlwollend ist dabei nicht gleichzusetzen mit Note gut oder sehr gut

Das Zeugnis, das ich von meinem letzten Arbeitgeber erhalten habe, ist sehr dürftig. Stimmt es, dass ein Arbeitnehmer einen Anspruch auf ein gutes Zeugnis hat, und wie kann ich erreichen, dass es geändert wird?Ein Arbeitszeugnis muss wahrheitsgemäß und wohlwollend formuliert werden. Wohlwollend ist dabei nicht gleichzusetzen mit Note gut oder sehr gut. Kann der Arbeitgeber nachweisen, dass Ihre Leistungen unterdurchschnittlich waren oder Ihr Sozialverhalten zu bemängeln war, darf er dies zum Ausdruck bringen. Können Sie Ihrerseits hingegen beweisen, dass Ihre Leistungen überdurchschnittlich gut waren, brauchen Sie sich nicht mit einer schlechten oder mittelmäßigen Bewertung zu begnügen. Maßstab ist immer der eines wohlwollenden verständigen Arbeitgebers, der seiner Bewertung Tatsachen und nicht Vermutungen oder Verdächtigungen zugrunde legt. Weder Wortwahl noch Satzstellung oder Auslassungen dürfen dazu führen, dass bei Dritten der Wahrheit nicht entsprechende Vorstellungen entstehen. Ergibt eine Prüfung Ihres Zeugnisses, dass es nicht diesen Grundsätzen entspricht und erreichen Sie auf gütlichem Wege keine Zeugnisänderung, bleibt nichts anderes übrig, als die Zeugnisberichtigung beim Arbeitsgericht einzuklagen.In meinem Arbeitszeugnis stehen einige Sätze, die ich nicht richtig einordnen kann. So wird mir bescheinigt, alle Arbeiten ordnungsgemäß erledigt und mich stets im Rahmen meiner Fähigkeiten eingesetzt zu haben. Außerdem hätte mein Verhalten nie zu Klagen Anlass gegeben. Am Ende wünscht man mir alles Gute, vor allem Gesundheit. Mir kommen diese Formulierungen nicht besonders gut vor. Liege ich da richtig?Ihr Gefühl, dass diese Zeugnisformulierungen alles andere als wohlwollend sind, täuscht Sie nicht. Leider hat sich bei der Zeugnissprache die Unsitte eingebürgert, negative Aussagen so zu verschleiern, dass es nicht auf Anhieb auffällt, dass das Zeugnis unakzeptabel ist. In Ihrem Fall bedeuten die codierten Formulierungen übersetzt, dass Sie eine Art Bürokrat ohne Eigeninitiative und ohne brauchbare Leistungen waren. Dass Ihr Verhalten zu keinen Klagen Anlass gab, soll heißen, dass es auch für Lob keinen Grund gab. Wenn man Ihnen am Schluss vor allem Gesundheit wünscht, ist dies eine regelrechte Warnung an den nächsten Arbeitgeber, dass er mit gehäuften Krankenscheinen rechnen muss, wenn er Sie einstellt. Ein solches Zeugnis sollten Sie unbedingt ändern lassen. red