Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 00:00 Uhr

Weniger Gift in der Kleidung

Hamburg. Bei der Herstellung von Kleidung sollen keine giftigen Chemikalien eingesetzt werden. Das fordert seit Jahren die Umweltschutzorganisation Greenpeace – und verbucht nun Erfolge mit ihrer Kampagne. Dpa-Mitarbeiterinelke Richter

Neue Kleidung sollte man vor dem ersten Tragen waschen - wegen der Chemikalien auf den Fasern. Dieser Rat ist oft zu hören. Besser wäre es, die neue Jeans oder der neue Pulli enthielte gar keine giftigen Stoffe. Greenpeace macht mit einer Kampagne gegen "giftige Kleidung " mobil und nimmt nach Erfolgen bei Modeketten und Sportartikelherstellern nun Luxus-Marken ins Visier. "Wir machen Fortschritte, der Wandel in der Industrie ist im vollen Gange", bilanzierte gestern die Kampagnenleiterin der Umweltschutzorganisation, Kirsten Brodde. Die Hersteller teurer Luxusbekleidung jedoch kümmerten sich nicht um eine faire und giftfreie Produktion ihrer Textilien, so ihr Vorwurf.

Auf Druck von Greenpeace hatten sich seit 2011 nach und nach mehrere große Textilhersteller verpflichtet, bestimmte Risiko-Chemikalien bis 2020 aus ihrer Produktion zu verbannen. Nun zog Greenpeace eine erste Bilanz und stellte 16 von 18 getesteten Teilnehmern ein positives Zeugnis aus.

Demnach zählen die Modeketten Zara, H&M, Mango und Primark ebenso wie die Sportartikelhersteller Adidas und Puma zu den Vorreitern. Auch C&A, Esprit und Benetton gehören zu den Gelobten. Diese Firmen hätten besonders schädliche Chemikalien bereits aus der Produktion verbannt, teilte Greenpeace mit. Die Träger der Kleidung seien somit nicht länger Rückständen ausgesetzt. Zudem gelangten an den Produktionsstandorten nicht mehr so viele gesundheitsgefährdende Stoffe ins Trinkwasser.

Den Sportartikelherstellern Nike (USA) und Li-Ning (China) warf Greenpeace hingegen Wortbruch vor. Von beiden Unternehmen war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten; ebenso wenig wie von den Luxus-Marken, die sich der Selbstverpflichtung bislang nicht angeschlossen haben. Lediglich Burberry und Valentino zeigten viel Engagement, berichtete Brodde. "Aber die Mehrheit der Luxusfirmen verweigert sich total." Anders verhalten sich Discounter wie Penny, Lidl und Tchibo, die sich der Kampagne jüngst angeschlossen haben.

"Die Kunden interessieren sich spätestens seit dem Einsturz der Fabriken in Bangladesch sehr dafür, wo und wie ihre Kleidung produziert wird", so Brodde. Bei dem Unglück im April 2013 waren über 1100 Menschen ums Leben gekommen. Zu den gefährlichen Substanzen zählen Schwermetalle wie Chrom, das zum Gerben von Leder eingesetzt wird, potenziell krebserregende Substanzen für die Imprägnierung etwa von Outdoor-Jacken oder hormonell wirksame Stoffe zum Färben. "Im Grund erwarten wir, dass die Unternehmen einmal Inventur machen und alle Substanzen, die sie einsetzen, auf den Prüfstand stellen."