Weiterhin kaum Frauen an Konzernspitze

Weiterhin kaum Frauen an Konzernspitze

Die im Aktienindex Dax notierten größten Konzerne Deutschlands sind von ihren selbst gesteckten Zielen für mehr Frauen in Spitzenpositionen trotz kleiner Fortschritte immer noch weit entfernt. Das geht aus einem Bericht der 30 Dax-Unternehmen zur Umsetzung ihrer Selbstverpflichtungen hervor, der gestern vom Arbeitgeberverband BDA veröffentlicht wurde.

Ziemlich schwach schneiden Thyssen-Krupp, VW, Heidelberg Cement, RWE oder auch BMW ab. So konnte etwa Thyssen-Krupp in Deutschland den Anteil von Frauen in Führungsjobs von 2010 bis 2013 nur von 7,6 auf 7,8 Prozent steigern. Zur Spitzengruppe zählen Henkel, Allianz, Adidas oder die Commerzbank. So kommt zum Beispiel der Versicherungskonzern Allianz auf 28,1 Prozent.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) erklärte die Selbstverpflichtung der Wirtschaft gestern für gescheitert. "Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern steht zwar im Grundgesetz, ist aber in vielen Unternehmen noch immer nicht Wirklichkeit geworden." Der Gesetzentwurf zur Förderung von Frauen in Führungspositionen solle noch vor der Sommerpause auf den Weg gebracht werden. Künftig müssen demnach Aufsichtsratsposten bei mehr als 100 großen börsennotierten Firmen, die ab 2016 neu besetzt werden, zu mindestens 30 Prozent an Frauen gehen. 2015 soll es für Aufsichtsräte, Vorstände und die oberste Managementebene von weiteren 3500 Firmen verbindliche Zielvorgaben geben.

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