Was 2015 im Geldbeutel bleibt

Was 2015 im Geldbeutel bleibt

Das neue Jahr bringt keinen Geldsegen im großen Stil. Doch Änderungen wie etwa der flächendeckende Mindestlohn, eine leichte Steuerentlastung, aber auch höhere Beiträge zur Sozialversicherung machen sich im Geldbeutel bemerkbar.

2015 treten einige Änderungen in Kraft, die sich direkt aufs Portemonnaie der Verbraucher auswirken. Außerdem profitieren die Bürger von ökonomischen Trends. So wird ein geringer Anstieg der Verbraucherpreise erwartet, so dass sich Arbeitnehmer etwa bei Lohnerhöhungen über real mehr Geld freuen dürften. Nach einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) haben die Bundesbürger im neuen Jahr im Schnitt 572 Euro und damit 2,7 Prozent mehr für den Konsum zur Verfügung haben als in diesem Jahr. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede.

Arbeitnehmer können auch mit leichten Steuerentlastungen rechnen. Nach einem Entwurf für den neuen Existenzminimumbericht der Regierung muss der steuerliche Grundfreibetrag für Alleinstehende in zwei Stufen bis 2016 angehoben werden. Die Regierung geht davon aus, dass der Freibetrag im kommenden Jahr von derzeit 8354 Euro um 118 auf zunächst 8472 Euro angehoben werden muss. Im Folgejahr wäre eine weitere Erhöhung um 180 Euro auf 8652 Euro fällig. Damit hätten Arbeitnehmer etwas mehr Geld, da der Fiskus erst bei Jahreseinkommen über diesem Betrag Steuern abzieht. Auch die Kinderfreibeträge müssen angehoben werden, was zu einer zusätzlichen Entlastung führt.

Auf Gutverdiener kommen aber höhere Beiträge zur Sozialversicherung zu. Das liegt an einer Erhöhung der sogenannten Bemessungsgrenzen, bis zu denen Sozialbeiträge gezahlt werden müssen. So müssen künftig in der allgemeinen Rentenversicherung in Westdeutschland bis zu einem Monatsverdienst von 6050 Euro (zuvor: 5950 Euro) Beiträge entrichtet werden. Im Osten steigt die Obergrenze von bislang 5000 auf nunmehr 5200 Euro. In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung steigt die bundesweit einheitliche Grenze von derzeit 4050 auf 4125 Euro pro Monat.

Für Beitragszahler in der gesetzlichen Krankenversicherung sinkt der allgemeine Satz von 15,5 Prozent auf 14,6 Prozent, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils zur Hälfte teilen. Zudem fällt der bisherige Sonderbeitrag von 0,9 Prozent weg. Die Kassen können von ihren Mitgliedern künftig aber einen vom Einkommen abhängigen Zusatzbeitrag verlangen. Sie entscheiden selbst über die Höhe. In der Pflegeversicherung steigt der Beitragssatz um 0,3 Prozentpunkte. Für Kinderlose liegt er künftig bei 2,6 Prozent, für die übrigen Versicherten bei 2,35 Prozent.

Mehr Geld bekommen Hartz-IV-Empfänger: Der Regelsatz für Alleinstehende steigt um acht Euro auf 399 Euro im Monat. Die rund 20 Millionen Rentner können Mitte 2015 mit einer spürbaren Erhöhung ihrer Bezüge rechnen. Die Renten könnten laut offiziellen aktuellen Schätzungen um ein bis zwei Prozent in West- und Ostdeutschland steigen. Damit dürfte die Rentenanpassung über der aktuellen Inflationsrate liegen.