Wachstum im Saarland stocktKonjunktursorgen auf breiter Front: Ifo-Index trübt sich weiter ein

Wachstum im Saarland stocktKonjunktursorgen auf breiter Front: Ifo-Index trübt sich weiter ein

Saarbrücken. Das Wirtschaftswachstum im Saarland hat sich im ersten Halbjahr deutlich abgeschwächt. Nach Angaben des Statistischen Amtes Saarland stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Halbjahr real noch um 0,5 Prozent. In Deutschland lag das Plus bei 1,1 Prozent

Saarbrücken. Das Wirtschaftswachstum im Saarland hat sich im ersten Halbjahr deutlich abgeschwächt. Nach Angaben des Statistischen Amtes Saarland stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Halbjahr real noch um 0,5 Prozent. In Deutschland lag das Plus bei 1,1 Prozent. "Bei den großen Stützpfeilern der Saar-Industrie laufen die Geschäfte nicht mehr so dynamisch wie in den Vorjahren", so die Statistiker.Die Autobauer verbuchten gegenüber dem Vorjahr 2011 dennoch ein Umsatzplus von 3,3 Prozent, im Maschinenbau lag das Wachstum der Erlöse bei 6,6 Prozent. Die saarländische Stahlindustrie muss allerdings ein Umsatzminus von 7,3 Prozent verkraften. Die Auftragseingänge sind bei den Stahlkochern im ersten Halbjahr um 12,3 Prozent eingebrochen. Im gesamten verarbeitenden Gewerbe, das hauptsächlich die Industrie umfasst, stiegen die Umsätze im ersten Halbjahr nach Angaben der Statistiker um 1,5 Prozent. Im ersten Halbjahr von 2011 habe diese Steigerung noch bei 15 Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten des Jahres 2010 gelegen. Das Statistische Amt weist darauf hin, dass es sich um erste vorläufige Zahlen handelt und die "Datenbasis noch sehr begrenzt ist". Bundesweiter Spitzenreiter war Berlin mit einem BIP-Plus von 1,8 Prozent vor Baden-Württemberg und Niedersachsen (plus 1,6 Prozent). Rheinland-Pfalz verzeichnete ein Wachstum von 1,4 Prozent.

Nach Auffassung der Industrie- und Handelskammer (IHK) bleibt die saarländische Konjunktur "weiterhin robust". Wie aus der September-Umfrage der IHK hervorgeht, beurteilen die Betriebe ihre derzeitige Lage nicht mehr so positiv wie im August. Etwas eingetrübt haben sich auch die Aussichten für die kommenden Monate. "Die Konjunktur befindet sich in einer Stockungsphase, von der wir nicht wissen, wie lange sie noch anhält", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Volker Giersch.

Saar-Wirtschaftsminister Heiko Maas (SPD) beurteilt die Situation ähnlich. Ziel der Landesregierung bleibe es, "die Rahmenbedingungen für Unternehmen und Arbeitnehmer weiter zu verbessern und die Attraktivität des Wirtschafts-Standortes Saarland für Investitionen und Innovationen zu steigern." red/low

München. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im September überraschend noch stärker eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklima-Index sank zum fünften Mal in Folge und erreichte den tiefsten Stand seit Anfang 2010. "Die befragten Unternehmen sind mit ihrer aktuellen Geschäftslage abermals weniger zufrieden. Darüber hinaus blicken sie pessimistischer in die Zukunft", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Wegen der Euro-Schuldenkrise und der Abkühlung der Weltwirtschaft sinkt das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer schon seit Mai. Nach der jüngsten Stützungsaktion der Europäischen Zentralbank hatten viele Volkswirte eine Wende erwartet. Aber "die bremsenden Einflüsse dominieren weiterhin", sagte Sinn. Der Ifo-Geschäftsklima-Index sank von 102,3 auf 101,4 Punkte. Die Erwartungen sind sogar auf das tiefste Niveau seit Anfang 2009 gefallen.

Eine Stütze für die Wirtschaft bleibt der private Konsum. Vor allem langlebige Wirtschaftsgüter seien bei den Bundesbürgern gefragt, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe. Im Groß- und Einzelhandel lief es besser. Der Ausblick allerdings trübte sich auch hier ein. Das Baugewerbe zeigte sich ebenfalls pessimistischer. dpa

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