VVS will wieder Energie erzeugen

VVS will wieder Energie erzeugen

Saarbrücken. Dieter Attig, Vorstandschef der Saarbrücker Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Saarbrücken (VVS), ist optimistisch, in Zukunft auch wieder an der Energieerzeugung in Saarbrücken teilzuhaben

Saarbrücken. Dieter Attig, Vorstandschef der Saarbrücker Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Saarbrücken (VVS), ist optimistisch, in Zukunft auch wieder an der Energieerzeugung in Saarbrücken teilzuhaben. "Wir verhandeln mit dem Stromkonzern GdF Suez Energie Deutschland über einen Wiedereinstieg im Kraftwerk Römerbrücke", sagte Attig gestern in einem Pressegespräch zur aktuellen Situation der VVS. Sollte GdF Suez dazu nicht bereit sein, werde die VVS einen Konfrontationskurs fahren. "Energieerzeugung ist der Bereich, in dem derzeit das meiste Geld verdient wird", sagte Attig (Foto: SZ) gestern. "Und daran möchten wir wieder teilhaben." Die VVS hat dieses Geld dringend nötig. In einer Doppelfunktion agiert der VVS-Konzern sowohl als Verkehrs- als auch als Versorgungskonzern. Während der Verkehrsbereich mit Saarbahn und Bussen jährlich ein Minus von 17 Millionen Euro einfährt, verdient die VVS mit den Strom- und Gasnetzen zehn Millionen Euro. Diese Lücke gilt es nun zu schließen. Dabei nutzt der Konzern Sparpotenzial an mehreren Fronten. Nach Aussage des Geschäftsführers im Verkehrsbereich, Norbert Reuter, gibt es in der Verkehrssparte noch ein hohes Restrukturierungspotenzial: Über drei Millionen Euro ließen sich dort einsparen, knapp 1,6 Millionen Euro seien bereits im vergangenen Jahr verwirklicht worden. Der Einstieg von VSE und Saar-Ferngas sowie die Kooperation mit Energis biete im Energiebereich, unter anderem über eine gemeinsame Netzleitstelle und Netzdokumentation Synergiepotenzial in Höhe von rund vier Millionen Euro.Wichtig für den Weg aus den roten Zahlen ist laut Attig die Rückkehr in die Energieerzeugung. Als ersten Schritt hat die VVS ein Heizkraftwerk auf dem Stadtwerke-Gelände im Industriegebiet Süd angekündigt. Projektiert ist das Kraftwerk "Südraum" als Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 35 Megawatt (MW). Die Wärmeleistung des Kraftwerks will die VVS nutzen, um die städtischen Töchter mit preiswerter Wärme zu versorgen und die Verteilverluste im Wärmenetz auszugleichen. Der Aufsichtsrat hat der Planung zugestimmt, mit einer Inbetriebnahme rechnet Attig bereits 2011.Mit diesen Plänen im Rücken will Attig nun auch in die Verhandlungen mit GdF Suez über eine Beteiligung an der Römerbrücke gehen. Zwar hat GdF Suez den Stadtwerken bereits den Betrieb des Fernwärmenetzes und eine Minderheitsbeteiligung an der Römerbrücke angeboten, das allerdings reicht der VVS nicht aus. "Wir wollen die Mehrheit und damit auch die Entscheidungshoheit an der Römerbrücke", sagt VVS-Vorstand Peter Edlinger. "Es ist nicht sinnvoll, Fernwärme zu verkaufen, wenn wir nicht selber über den Preis entscheiden können." Sollte GdF Suez nicht darauf eingehen, werde die VVS weitere Kraftwerke bauen und unabhängig von der Römerbrücke mit eigener Fernwärme versuchen, GdF Suez die Kunden abspenstig zu machen. "Als lokale Stadtwerke haben wir da einen erheblichen Wettbewerbsvorteil", ist Attig überzeugt.