VSU warnt vor Populismus

VSU warnt vor Populismus

Saarbrücken. Die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) wehrt sich gegen die von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) angekündigte Koppelung von Wirtschaftsförderung an die Leiharbeitsquote

Saarbrücken. Die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) wehrt sich gegen die von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) angekündigte Koppelung von Wirtschaftsförderung an die Leiharbeitsquote. Als "populistische Forderungen" angesichts der angestehenden Landtagswahl bezeichnet der Unternehmerverband Vorstöße zu Leiharbeit, Tariftreue und Mindestlohn.Um weiter eine leistungsfähige Wirtschaft an der Saar mit einer starken Industrie als Kern zu haben, müsse man verlässliche Standortbedingungen im Blick haben, "um überregional wettbewerbsfähig zu sein", sagte VSU-Präsident Oswald Bubel. Er warf den Parteien vor, im Wahlkampf "die Realität aus den Augen" zu verlieren.

Kritik aufd ie Aussage kam vom parlamentarischen Geschäftsführer der Linken, Heinz Bierbaum. Der Kampf gegen die Leiharbeit sei kein "populistischer Reflex", so Bierbaum. Niemandem im Saarland sei zuzumuten, für Hungerlöhne von vier bis fünf Euro zu arbeiten. Besonders kritisierte er, dass in der Nahrungsmittelbranche in Form von Werkverträgen Hungerlöhne gezahlt würden.

SPD-Generalsekretär Reinhold Jost wiederum wirft der VSU einen Realitätsverlust vor: "Der Wirtschaftsstandort Saarland kann nur dann erfolgreich sein, wenn Saarländer genügend Geld für den Konsum in der Tasche haben. Ein Dumpinglohnsystem mit ausländischen Leiharbeitern á la Höll ist sicherlich kein Zukunftsmodell für unser Land", sagte Jost. red