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VSE-Chef Dornseifer will Prämien für Kraftwerksbetreiber

Saarbrücken. Joachim Wollschläger

VSE-Chef Hanno Dornseifer hat bei einer Diskussionsveranstaltung der CDU in Saarbrücken seine Forderung nach einem Kapazitätsmarkt für konventionelle Kraftwerke erneuert: "Wegen der vorrangigen Einspeisung erneuerbarer Energien sind konventionelle Kraftwerke kaum noch am Netz - und dann auch meist nur zu niedrigen Preisen." Zahlreiche Kraftwerke - auch neue - seien bei der Bundesnetzagentur zur Stilllegung angemeldet, weil der Betrieb sich nicht mehr rentiert.

Der VSE-Chef forderte von der Politik dringend eine finanzielle Ausgleichslösung für die Versorger, die Kraftwerke in Betrieb halten, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten: Diese sei ein hohes Gut, sagte er.

Sebastian Bolay, Referatsleiter für Energie beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hielt dagegen, dass das vordringliche Problem nicht der Kraftwerksbestand, sondern der Netzausbau sei: "Die Kraftwerke konzentrieren sich zunehmend im Norden", sagte er. Deshalb sei es erst einmal wichtig, Leitungen von Nord nach Süd zu bauen. "Ein Kapazitätsmarkt hilft da nicht weiter."

Bei einem Kapazitätsmarkt bekommen die Kraftwerksbetreiber eine Prämie für das Vorhalten der Kraftwerke. Diese werden benötigt, wenn bei bedecktem Himmel und bei Windstille die erneuerbaren Energien nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken.

Dornseifer warnte auch, dass es sonst keine Kraftwerksneubauten mehr geben werde: "Niemand nimmt Millionen in die Hand, wenn sich anschließend kein Geld verdienen lässt."