| 20:38 Uhr

Glosse
Von Krise zu Krise

Glosse.
Glosse. FOTO: picture alliance / dpa / Tobias Hase
Lebenskrisen werden immer normaler. Der Trend geht zur Zweit-Krise. Man eigentlich gar nicht genug davon haben. Von Pia Rolfs

Wer sich heute Morgen wohlfühlt, hat sich vermutlich vertan. Oder liegt einfach nicht im Trend. Denn der Normalzustand des modernen Menschen ist die Krise.So leiden laut einer Umfrage bereits zwei Drittel der 25- bis 30-Jährigen an einer „Quarter-Life-Crisis“. Wobei diese Bezeichnung eigentlich noch viel zu optimistisch ist. Setzt doch eine Ein-Viertel-Lebenskrise mit 30 eine Lebenserwartung von 120 Jahren voraus.


Wie viel Zeit dann zwischen Quarter-Life-Crisis und Midlife-Crisis bleibt, ist leider auch unklar. Weiß doch niemand genau, wann die eigene Lebensmitte erreicht ist. Das könnte Ursache einer neuen Drei-Achtel-Krise zwischen beiden Lebensphasen sein. Wer aber nun rätselt, warum ausgerechnet „drei Achtel“, befindet sich vermutlich in einer lebenslangen Mathekrise.

Nach der Midlife- geht es dann vor dem dritten Frühling noch kurz in die Dreiviertel-Krise, die die Furcht vor der Endlife-Crisis beinhaltet. Und wer jetzt überhaupt nicht mehr weiß, in welcher Krise er sich gerade befindet, muss nicht verzagen. Er ist nur in einer ganz normalen Krisen-Krise.