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Leserbrief Russland
Von eigenen Fehlern ablenken

  Seit Monaten wird daran gearbeitet. Gut ein Dutzend Beispiele könnte man anführen, erwähnt seien hier zwei. Russland hätte die Wahl in den USA beeinflusst, bewiesen ist bis heute nichts. Nun wurde bekannt, dass eine britische Firma bei Facebook Millionen von Daten abgegriffen hat. Man prügelt Facebook, aber interessanter ist, wer hat die Firma in England beauftragt und bezahlt und in welchem Interesse wurde gehandelt? Der Anschlag auf den Doppelagenten und seine Tochter ist zu verurteilen. In einem Rechtsstaat ist es aber üblich, Fakten und Indizien zu sammeln, zu bewerten und dann erst ein Urteil zu fällen. Vier Stunden nach der Tat sagte Frau May, die Russen waren es. Auch hier ist noch nichts bewiesen, aber man dreht weiter an der Eskalationsschraube. Klar ist die Faktenlage in Syrien. Die Türkei führt dort völkerrechtswidrig einen Krieg gegen die Kurden, mit Hunderten Toten und Tausenden Flüchtlingen. Warum werden hier keine Botschafter ausgewiesen oder Sanktionen verhängt? Oder trotz Krieg im Jemen erhält Saudi-Arabien Kriegswaffen aus Deutschland. Offensichtlich dient die Russenhysterie dazu, um vom eigenen Fehlverhalten abzulenken.