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Vom Buchklub zum Medienkonzern

Stuttgart. Georg von Holtzbrinck (Foto: dpa) kam schon als Student - gewissermaßen auf Umwegen - in Kontakt zu seinem späteren Metier. Denn er stockte seinen monatlichen Wechsel als Abonnentenwerber für eine Art Buchklub auf. Sein Jura-Studium gab Holtzbrinck später auf und wurde in Stuttgart bald Vorstandsmitglied der "Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens" Von dpa-Mitarbeiter Frank Heidemann

Stuttgart. Georg von Holtzbrinck (Foto: dpa) kam schon als Student - gewissermaßen auf Umwegen - in Kontakt zu seinem späteren Metier. Denn er stockte seinen monatlichen Wechsel als Abonnentenwerber für eine Art Buchklub auf. Sein Jura-Studium gab Holtzbrinck später auf und wurde in Stuttgart bald Vorstandsmitglied der "Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens". Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete oder übernahm der Verleger mehrere Buchklubs, mit denen er auch in Europa expandierte. Schon seit 1951 war der Verleger an dem Wochenblatt "Christ und Welt" beteiligt, das wirtschaftlich aber kein Erfolg war. 1968 stiegt er beim "Handelsblatt" in Düsseldorf ein. In den 70er Jahren erkannte der Verleger das Potenzial von Regionalzeitungen und beteiligte sich unter anderem an der "Saarbrücker Zeitung" und dem Konstanzer "Südkurier". Folgerichtig wurde im Zuge der Expansion 1971 als Holding für über 50 Aktivitäten die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck in Stuttgart gegründet. Als weiteres Standbein des Verlages wuchs auch das Buchgeschäft, zu dem unter anderem die Verlage Rowohlt, S. Fischer, Kindler und Droemer Knaur gehören. Georg von Holtzbrinck, dessen Verlagsimperium schon früh die Eine-Milliarde-Mark-Grenze übersprungen hatte, verstand sich immer als Mittelständler, der entscheidenden Wert auf die Qualität seiner Produkte legte. 1980 hat sein Sohn Dieter das verlegerische Erbe übernommen und die Expansion und vor allem die Internationalisierung vorangetrieben. Der Seniorchef starb am 27. April 1983 im Alter von 73 Jahren in Stuttgart.Dieter von Holtzbrinck sorgte für Schlagzeilen, als er 1996 die renommierte "Zeit" in Hamburg übernahm. 2001 allerdings legte er die Geschäfte in die Hände seines Bruders Stefan und schied 2006 ganz aus der Verlagsgruppe aus. Zu einer überraschenden Volte kam es in diesem Jahr, als er sich wieder als Verleger zurückmeldete und von seinem Bruder die Verlagsgruppen Handelsblatt und Tagesspiegel sowie einen 50-Prozent-Anteil der Zeit übernahm. Er verzichtete dafür auf seine noch ausstehenden finanziellen Ansprüche.Stefan von Holtzbrinck setzte in den vergangenen Jahren verstärkt auf das Internet und kaufte etwa das Internet-Netzwerk "StudiVZ". Dieses noch margenschwache Geschäft hat sich zu einer wichtigen Säule in der 1948 von seinem Vater gegründeten Verlagsgruppe entwickelt.