Völklingen: Sicherheitsbeirat für Elternhaltestellen

Kurz anhalten und aussteigen lassen : Plädoyer für Elternhaltestellen

Völklinger Beirat meint: So können Kinder sicher in die Schule kommen.

Im Jahr 2017 gab es in Völklingen 25 Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern. Dabei wurden vier Personen schwer verletzt. Die Zahlen nannte Kontaktpolizist Ralf Heib in der jüngsten Sitzung des Sicherheitsbeirates der Stadt. Es gebe keine signifikanten Veränderungen zu den Vorjahren, erläuterte der Polizeioberkommissar. 2016 zählte die Statistik bei 30 Unfällen mit Radfahrern fünf Schwerverletzte. 2015 waren es 26 Unfälle mit drei Schwerverletzten.

Im Neuen Rathaus warb Radfahrexperte Hans Holderbaum für die Teilnahme am Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen-Fahrradclubs (ADFC). Bis zum 30. November können Radler wieder die Situation in ihrer Kommune bewerten. Macht das Radfahren Spaß oder ist es Stress? Bei der letzten Umfrage vor zwei Jahren landete Völklingen in der Rangliste der 364 fahrradfreundlichsten Städte seiner Größe auf dem vorletzten Platz. Im neuen Fragebogen, betonte Holderbaum, werde erstmals gefragt, was die Kommunen dafür tun, dass die Schüler mit dem Fahrrad in die Schule kommen.

Mit dem Auto werden viele Kinder in die Grundschule gebracht. Das führt immer wieder zu chaotischen Szenen. Um verstopfte Schulwege zu verhindern, plädiert der Sicherheitsbeirat für das Einrichten so genannter Elternhaltestellen. Das sind Hol- und Bringzonen, in denen die Eltern kurz anhalten können, um den Nachwuchs in der Nähe der Schule ein- oder aussteigen zu lassen.

Als Standort ins Auge gefasst wurde unter anderem der Parkplatz an der Jugendverkehrsschule in der Gärtnerstraße. Von dort könnten die Jungs und Mädchen problemlos zur Schule in der Haydnstraße gehen. Beiratschef Werner Michaltzik will nun mit den Schulleitungen ins Gespräch kommen. Er hofft, dass die erste Elternhaltestelle zu Beginn des neuen Schuljahrs in Betrieb geht.

Außerdem möchte der Sicherheitsbeirat, dass in Völklingen ein Taubenhaus installiert wird – wenn möglich auch mehrere. In solchen Häusern werden die Eier der Stadttauben gegen Attrappen ausgetauscht, um so die Population zu kontrollieren. „Völklingen hat ein Taubenproblem“, erklärte Alexander Benzmüller, der Sprecher der Beirats-Arbeitsgemeinschaft Saubere Stadt. Die Stadtverwaltung sei offen für das Projekt, sagte er. Benzmüller rechnet mit Anschaffungskosten von 10 000 bis 20 000 Euro pro Haus. Personalkosten würden für das erste Taubenhaus zunächst nicht anfallen. Zu Beginn wären Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft bereit, das Taubendomizil zu betreuen.

Am Anfang der Sitzung hatte Werner Michaltzik auf ein rundes Jubiläum hingewiesen. Im Dezember wird der Völklinger Sicherheitsbeirat 20 Jahre alt. Damit sei man der am längsten durchgehend arbeitende Sicherheitsbeirat im Saarland.