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Villeroy & Boch-Chef optimistisch für 2015

Saarbrücken. Krieg in der Ukraine, Währungsverfall in Russland, Turbulenzen im Nahen Osten – trotz der weltpolitischen Krisen ist der Mettlacher Keramikkonzern Villeroy & Boch zuversichtlich, dieses Jahr ein gutes Ergebnis einzufahren. Joachim Wollschläger

2014 ist gut gelaufen für den Mettlacher Keramikkonzern Villeroy & Boch (V&B): ein Umsatzplus von 2,8 Prozent auf 766,3 Millionen Euro , ein operatives Ergebnis, das mit 38,4 Millionen Euro um 6,1 Prozent gestiegen ist, und letztlich ein um 1,7 Prozent auf 24,3 Millionen Euro gestiegenes Konzernergebnis. Die Zahlen, die V&B-Chef Frank Göring gestern präsentierte, sind von den Aktionären in der fast voll besetzten Merziger Stadthalle mit großem Wohlwollen aufgenommen worden.

Und auch für das aktuelle Jahr ist Vorstandschef Göring optimistisch. Für 2015 peile das Unternehmen ein Umsatzplus zwischen drei und fünf Prozent sowie eine Steigerung des operativen Gewinns über fünf Prozent an. "Zwar bergen die geopolitischen Entwicklungen und auch die Währungsprobleme hohe Risiken", sagte Göring. Doch sei der Geschäftsverlauf in den ersten zwei Monaten so vielversprechend gewesen, dass das Unternehmen vorerst an seinen Erwartungen festhalte.

Während Europa mit einem Umsatzanteil von 635,5 Millionen Euro noch immer den Löwenanteil beim V&B-Absatz ausmacht und Deutschland mit 218,8 Millionen Euro dabei den Kernmarkt bildet, haben sich laut Göring mehrere Auslandsmärkte vielversprechend entwickelt. Benelux, Großbritannien und Österreich hätten beispielsweise zugelegt, auch in der Golf-Region und China seien die Umsätze kräftig gestiegen. Selbst in Russland , das zurzeit durch den Währungsverfall arg gebeutelt ist, ist der Umsatz noch um mehr als sieben Prozent gestiegen. "Dort müssen wir allerdings abwarten, wie sich die wirtschaftliche Situation und die Währung entwickeln. Wir sehen das schon mit Sorge", schränkte Göring ein. Rückgänge musste der Konzern dagegen in Italien, Frankreich und der Ukraine verbuchen, wo der Markt um fast die Hälfte einbrach.

Probleme bereiten dem Unternehmen auch die anhaltend niedrigen Zinsen. Damit verbunden musste V&B die Rückstellungen für die Pensionsverpflichtungen deutlich von 182,7 Millionen Euro auf 212 Millionen Euro erhöhen. Dadurch hat sich trotz des guten Unternehmens-Ergebnisses das Eigenkapital um 16 Millionen Euro auf 144,3 Millionen Euro reduziert. Die Eigenkapitalquote sinkt damit von 26,7 Prozent auf 23,3 Prozent.

Mit Blick auf die Aktie sprach Göring von einer erfolgreichen Entwicklung: Alleine 2014 ist der Kurs um 14 Prozent gestiegen. Bis gestern hat die Aktie seit Jahresbeginn 2014 sogar um 44 Prozent zugelegt. Seinen Stamm-Aktionären schüttet V&B eine Dividende von 39 Cent pro Aktie aus, die Vorzugsaktien werden mit einer Dividende von 44 Cent bedacht.