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Geschichte
Verzweifelter Hilferuf in den Sommerferien

Während Pit und Pia am Ufer eines Flusses spielen, entdecken sie eine Flaschenpost. Ist sie vielleicht von einem echten Piraten? Von Elke Bräunling

Fast jeden Tag der Sommerferien verbringen die Zwillinge Pia und Pit am Ufer des kleinen Flüsschens in ihrem Ort. Dieses bildet einen Seitenarm des großen Stromes und schlängelt sich hinter dem Park durch die Wiesen. Es ist ihr Lieblingsplatz, denn man kann hier prima und ganz ungestört von den älteren Kindern aus der Siedlung spielen. Sogar einen kleinen Strand gibt es hier. Mächtige Staudämme haben Pia und Pit schon gebaut, und auch Piratensandburgen, kleine Stauseen und einen Hafen. Und natürlich haben sie Boote gebastelt. Aus Holz und aus Pappe. Die schwimmen prima im Flüsschen und in den Stauseen.


Heute wollen sie ihr neues Floß aus Korken testen. Ob es auch so toll schwimmen würde wie die Boote? Zuerst aber müssen sie die Segel richten. Der Staudamm, der das Hafenbecken einsäumt, muss auch repariert werden. Einen Teil des Sandes hat die Strömung nämlich aus dem Damm mit sich gerissen. Pia will sich gerade an die Arbeit machen und neuen Sand schaufeln, als sie eine aufregende Entdeckung macht.

„Sieh nur! Da schwimmt eine Flasche! Toll! Das ist bestimmt eine geheime Flaschenpost. Wir müssen sie da herausholen. Vielleicht ist sie mit einer wichtigen Botschaft unterwegs und jemand braucht irgendwo auf einer einsamen Insel Hilfe.“ – „Hier gibt es keine einsamen Inseln“, sagt Pit, doch er beugt sich dann doch weit übers Wasser und versucht, mit einem Aststück, die Flasche an Land zu lotsen. „Es könnte ja doch eine Flaschenpostflasche sein”, meint er und seine Stimme klingt nun auch ein bisschen aufgeregt. „Vielleicht hat sie ein Seeräuber ins Wasser geworfen. Oder ein Schiffbrüchiger, der auf einer der Inseln weiter oben im Strom sitzt und Hilfe braucht. Vielleicht ist er schon längst verhungert dort.“ Pia macht ein bedenkliches Gesicht. „Da müssten wir helfen! Mach schnell!“



Doch so einfach ist es nicht, die Flasche ans Ufer zu ziehen. Immer wieder wollen Wellen sie zur Flussmitte zurückziehen. Endlich aber gelingt es den Geschwistern doch, die Flasche an Land zu holen. „Super!“, ruft Pia. Sie untersucht die Flasche genauer. „Hier drin liegt ein Zettel. Vielleicht wirklich mit einem Hilferuf?“ Aufgeregt zeigt sie auf den Zettel, der zusammengerollt in der Flasche liegt. Eilig öffnen die beiden den Drehverschluss der Flasche und klopfen so lange auf den Flaschenboden, bis der Brief mit der Botschaft aus dem engen Glashals rutscht.

Mit zitternden Händen rollt Pia das Papier auf und liest laut vor: „Hallo! Ich heiße Konstantin Bauer. Ich bin neu hier und sterbe fast vor Langeweile. Leider kenne ich noch niemanden zum Spielen. Ob mir die Flaschenpost neue Freunde bringt? Das wäre wirklich toll. Bitte, schreibt mir doch mal! Ich wohne in der Auwaldstraße 17.”

„Das ist wirklich eine echte Flaschenpost und auch so etwas wie ein Hilferuf, oder?” Pia und Pit sehen sich fragend an. „Ganz schön schlau, dieser Konstantin“, meint Pit anerkennend. Pia nickt. Klar werden sie den Brief beantworten. Und zwar am besten heute noch. Denn mit Langeweile in den Sommerferien ist nun wirklich nicht zu spaßen!