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Verdi wirft privatem Busgewerbe schlechtere Bezahlung vor

Saarbrücken. red/mzt

Die Gewerkschaft Verdi wendet sich dagegen, dass im Saarland zunehmend private Unternehmen bei der Vergabe von Buslinien im öffentlichen Nahverkehr zum Zuge kommen. Günstiger seien die privaten Busbetriebe nur, weil sie die Beschäftigten schlechter bezahlten, heißt es in einer Mitteilung. Der mit der Gewerkschaft GÖD abgeschlossene Tarifvertrag der Privaten liege beim Gehaltsniveau rund 20 Prozent unter dem Tarifvertrag, den Verdi im öffentlichen Dienst durchgesetzt habe, heißt es in einer Mitteilung. Christian Umlauf, bei Verdi für den Nahverkehr zuständig, fordert deshalb ein Tariftreuegesetz im Saarland, das vorschreibt, den Tarifvertrag anzuwenden, unter den die meisten Beschäftigten fallen. Auch müsse das Gesetz vorschreiben, dass bei Neuvergaben von Linien günstigere Angebote nicht durch schlechtere Bezahlung entstehen.

Der GÖD-Regionalvorsitzende Nico Caló bestreitet die Gehaltsdifferenz. Die sehr unterschiedlich angelegten Tarifverträge lägen beim Gehalt in etwa gleichauf, der GÖD-Vertrag sei für die Beschäftigten "sogar etwas besser", sagte Caló.

Arne Bach, Geschäftsführer von Saar-Mobil, wies darauf hin, dass das Privatunternehmen nach Gewinn der Buslinien-Ausschreibung im Saarpfalz-Kreis Personal der früheren Saar-Pfalz-Bus zu dessen alten Konditionen - also nicht zu GÖD-Tarifbedingungen - übernommen habe.