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OPs gestrichen, Klinik-Abteilung geschlossen
Das müssen sie über den Streik im öffentlichen Dienst wissen

 Mitarbeiter des Heinrich-Heine Universitätsklinikums demonstrieren in Düsseldorf.
Mitarbeiter des Heinrich-Heine Universitätsklinikums demonstrieren in Düsseldorf. FOTO: Endermann, Andreas (end)
Im Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst sind am Dienstag Mitarbeiter mehrerer Unikliniken in NRW in einen ganztägigen Warnstreik getreten. In Düsseldorf und Köln wurden zahlreiche Operationen verschoben. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Streik.

Wo wird gestreikt?


Schwerpunkt der Arbeitsniederlegungen sind die Unikliniken in Köln, Düsseldorf und Essen. Bestreikt werden außerdem das statistische Landesamt IT.NRW in Düsseldorf und Essen, sowie Hochschulen, Universitäten und Landesbehörden. Anstatt zur Arbeit sind viele Beschäftigte zu Kundgebungen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gegangen – in Köln, Düsseldorf, Essen und Duisburg.

Warum wird gestreikt?



Verdi will mit den Warnstreiks in den nordrhein-westfälischen Unikliniken weiteren Druck für die Tarifverhandlungen aufbauen. Gemeinsam mit dem Beamtenbund (DBB), der Gewerkschaft der Polizei, der IG Bau und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft streitet Verdi mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder für sechs Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 200 Euro mehr im Monat. Zudem verlangen die Gewerkschaften eine neue Entgeltordnung. Auch möchten sie spezielle Verbesserungen für das pflegende Personal, für Lehrer, Auszubildende und Praktikanten durchsetzen.

Wie viele beteiligen sich am Streik?

Mit Beginn der Frühschicht legten viele Beschäftigte im öffentlichen Dienst die Arbeit nieder. Stephanie Peifer, Verdi Geschäftsführerin für den Bezirk Düssel-Rhein-Wupper, berichtet von rund 800 Streikteilnehmern in Düsseldorf. „Ein Großteil davon stammt aus der Uniklinik“, sagte Peifer unserer Redaktion. An den Klinken Köln und Bonn streiken laut Verdi jeweils rund 200 Mitarbeiter.

Können in den Kliniken Operationen durchgeführt werden?

Ja, jedoch nur vereinzelt. Nach Informationen von Verdi wurden an der Uniklinik Düsseldorf alle Routine-Eingriffe abgesagt. „Die Abteilung Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie wurde sogar komplett geschlossen. Das ist das erste Mal, dass bei einem Streik eine ganzer Bereich geschlossen werden musste“, sagte Peifer. Die Uniklinik äußerte sich auf Anfrage bislang nicht. Schon am Montag sagte ein Sprecher jedoch: „Wir bedauern die durch den Warnstreik eventuell entstehenden Beeinträchtigungen und Unannehmlichkeiten für unsere Patienten.“ Auch in Köln stellte sich die Uniklinik auf Verschiebungen von Operationen ein. Besonders „terminierte Behandlungen“ seien betroffen.

Ist die Notversorgung gesichert?

Wer sich heute einen Arm bricht oder einen anderen medizinischen Notfall hat, kann natürlich trotzdem in die Notfallambulanz der Kliniken kommen. Zwischen den Krankenhäusern und Verdi gibt es eine Notdienstvereinbarung, die die Akutversorgung sicherstellt. Patienten müssen sich jedoch auf längere Wartezeiten einstellen.

Wie wirkt sich der Streik sonst noch aus?

Im Gegensatz zu den Kliniken ist der Streik an den Universitäten, Ministerien und Landesbehörden nach Verdi-Angaben kaum spürbar. Darüber hinaus hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) tarifbeschäftigte Lehrer im Regierungsbezirk Köln zum Arbeitskampf aufgerufen. Dort fällt heute vermehrt Unterricht aus oder wird vertreten. Bis Donnerstag will die GEW den Lehrer-Streik auch in anderen NRW-Regierungsbezirken fortsetzen.

(kron/maxi)