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Verdi startet Kampagne für kräftige Lohnerhöhungen im Handel

Saarbrücken. Die Gewerkschaft Verdi will für die Beschäftigten im saarländischen Groß- und Einzelhandel mit 6,5 Prozent deutlich mehr Geld herausholen. "Wir gehen zum ersten Mal in eine gemeinsame Tarifrunde Handel", erläuterte die stellvertretende Landesbezirksleiterin Stefanie Nutzenberger das Vorgehen. Die Kampagnen im Groß- und Einzelhandel laufen also nicht getrennt

Saarbrücken. Die Gewerkschaft Verdi will für die Beschäftigten im saarländischen Groß- und Einzelhandel mit 6,5 Prozent deutlich mehr Geld herausholen. "Wir gehen zum ersten Mal in eine gemeinsame Tarifrunde Handel", erläuterte die stellvertretende Landesbezirksleiterin Stefanie Nutzenberger das Vorgehen. Die Kampagnen im Groß- und Einzelhandel laufen also nicht getrennt. In beiden Bereichen fordert Verdi denn auch eine Mindestanhebung der Löhne - 140 Euro monatlich im Groß- und 135 Euro im Einzelhandel - sowie 50 Euro Plus bei der Lehrlingsvergütung. An den Verhandlungstischen sitzt man aber unterschiedlichen Partnern gegenüber, auch sind die Erfolgsaussichten offenbar nicht gleich.So wurden die Verhandlungen für die laut Arbeitgebern rund 12 000 Beschäftigten im Großhandel am Dienstagabend ergebnislos auf den 4. Juni vertagt. Ein Angebot legten die Arbeitgeber nicht vor. Deren Verhandlungsführer Thomas Hempel beurteilt die Verdi-Forderung als "extrem hoch angesichts der Krise". Er stellt sich auf monatelange Verhandlungen ein. Denn "die Unternehmen lehnen Erhöhungen ab", sagte er gestern. Ein Abschluss zwischen ein bis zwei Prozent sei das Höchste, was man sich vorstellen könne - bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwei Jahren.



Im Einzelhandel gehen die Gespräche für die 40 000 Beschäftigten der Branchen heute bereits in die zweite Runde. Nutzenberger rechnet damit, "dass es ein erstes Angebot der Arbeitgeber geben wird". Eine Hängepartie wie bei der vorigen Tarifrunde, als erst nach 16 Monaten ein Abschluss erzielt wurde, erwartet die Gewerkschafterin dieses Mal nicht. Verdi-Landeschef Alfred Staudt kündigte "kreative Aktionen" an, um den Druck auf die Arbeitgeber zu verstärken. mzt