Verdi Saar kritisiert Dänisches Bettenlager

Verdi Saar kritisiert Dänisches Bettenlager

Merzig. Nach der fristlosen Kündigung eines Betriebsratsmitglieds gerät das Dänische Bettenlager unter Beschuss durch die Gewerkschaft Verdi Saar. "Wir fordern die sofortige Rücknahme der Kündigung und eine Wiedereinsetzung des Betriebsrats in seine Position", sagt Verdi-Vertreterin Steffi Recknagel

Merzig. Nach der fristlosen Kündigung eines Betriebsratsmitglieds gerät das Dänische Bettenlager unter Beschuss durch die Gewerkschaft Verdi Saar. "Wir fordern die sofortige Rücknahme der Kündigung und eine Wiedereinsetzung des Betriebsrats in seine Position", sagt Verdi-Vertreterin Steffi Recknagel.Der Leiter der Merziger Filiale des Dänischen Bettenlagers, Jens Pitschmann, hatte vor wenigen Tagen eine fristlose Kündigung erhalten - ohne Angabe von Gründen, wie er sagt. Betriebsräte können aber nur aus triftigem Grund entlassen werden.

Pitschmann ist seit fünf Jahren Mitglied des Betriebsrats und war Vorsitzender eines Betriebsratsausschusses, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Probleme bei der Arbeitzeiterfassung offenzulegen und Regelungen zu Lasten der Mitarbeiter abzustellen. Verbunden waren damit ein langer Streit um Arbeitzeiten, Personaleinsatz und Sonderöffnungszeiten. "Er ist damit zu einem unangenehmen Kollegen geworden", sagt Recknagel über Pitschmann.

Pitschmann berichtet, dass er im März eine Beförderung angeboten bekommen habe - unter der Bedingung, dass er aus dem Betriebrat austrete. Als er diese abgelehnt habe, habe das Unternehmen ihm mitgeteilt, dass er als Filialleiter nicht mehr erwünscht sei. Mitte August wurde er von Saarbrücken nach Merzig versetzt, Ende August bekam er - mitten in den Vorbereitungen für eine außerordentliche Betriebsratswahl, die Kündigung.

Recknagel ist besonders verärgert, dass die Betriebsratsvorsitzende der Kündigung zugestimmt hat: "Das lässt vermuten, dass der Betriebsrat beim Dänischen Bettenlager gekauft ist."

Die Kündigungsserie beim Dänischen Bettenlager hat System: Innerhalb weniger Monate hat das Unternehmen bereits fünf Betriebsratsmitglieder entlassen. Das Unternehmen will sich dazu nicht äußern. jwo