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Donald Trump nach Kallstadt?
US-Generalkonsul hofft auf Trump-Besuch mit Saumagen

Der Frankfurter US-Generalkonsul James W. Herman hätte gern Besuch aus Washington.
Der Frankfurter US-Generalkonsul James W. Herman hätte gern Besuch aus Washington. FOTO: Uwe Anspach / dpa
Kallstadt. Geht es nach dem Diplomaten James W. Herman, sollte der US-Präsident das rheinland-pfälzische Kallstadt besuchen. Immerhin stammen von dort seine Großeltern.

Das mögliche Gastgericht für den US-Präsidenten hat James W. Herman schon getestet. „Großartig“ habe der Saumagen geschmeckt, sagt der Frankfurter US-Generalkonsul, als er gestern in Kallstadt vor die Presse tritt. Die Großeltern von Donald Trump stammen aus der pfälzischen Weinbaugemeinde im Kreis Bad Dürkheim. Deshalb kommt der Generalkonsul auch gleich auf die drängendste Frage zu sprechen: Bereitet er mit seinem Ausflug einen Besuch des US-Präsidenten vor? „Wir würden es großartig finden, wenn er kommt“, sagt Herman. „Ich könnte mir keinen besseren Ort für einen Besuch vorstellen.“



Noch gebe es aber keinen Plan oder gar feste Daten, betont der Diplomat. Das Generalkonsulat werde Trump jedenfalls einen Besuch vorschlagen, wenn er nach Deutschland komme. Offiziell hatte das Generalkonsulat verlauten lassen, dass er sich bei seinem Besuch über die amerikanische Auswanderergeschichte informieren wollte. Schließlich stammen nicht nur Trumps Großeltern väterlicherseits aus Kallstadt, auch der Vater des Ketchup-Herstellers Henry John Heinz kommt von dort. Herman erklärt, es sei ihm auch darum gegangen, Kontakte zur Gemeinde zu knüpfen.

Die Spuren der Eltern von Trumps Vater stehen im Mittelpunkt des Rundgangs durch den idyllischen Ort an der Weinstraße. In der protestantischen Salvatorkirche zeigt Pfarrer Oliver Herzog dem Generalkonsul einen alten Kelch. „Aus dem haben Trumps Großeltern bei ihrer Konfirmation getrunken“, erklärt er. Die „Trump-Organization“, das Unternehmen des Präsidenten, hat vor einigen Jahren mit 5000 US-Dollar, knapp 4200 Euro, die Außenrestaurierung des Gotteshauses unterstützt. Noch großzügiger waren die Nachfahren des Ketchup-Herstellers Heinz: Sie spendeten 50 000 Euro für die Orgel.

Generalkonsul Herman absolviert den Rundgang mit guter Laune. In einem unscheinbaren weißen Eckhaus wuchs Trumps Großvater auf, bevor er 1885 in die USA ging. Vor dem Haus macht der Tross nur einen kurzen Halt – aus Rücksicht auf die heutigen Bewohner. Fotos werden dort nicht geschossen. „Ich würde auch nicht wollen, dass Leute vorbeikommen und Fotos vor meinem Haus machen“, sagt Herman und scherzt: Das könne man sich für den Besuch von Trump aufheben.

In Kallstadt hatten viele Bewohner in den vergangenen Monaten eher genervt auf den Rummel um den umstrittenen US-Präsidenten mit Wurzeln in ihrer Gemeinde reagiert. Ortsbürgermeister Thomas Jaworek (CDU) gibt sich aber betont gelassen: „Ich bin sicher, dass auch die Bewohner einen Besuch von Trump auf sich nehmen würden.“ Gastronom Thomas Weick, der den Generalkonsul in seinen Winzerstuben bekocht hat, sieht das Thema ebenfalls entspannt: „Wir würden den Präsidenten empfangen wie jeden anderen Gast.“ Und was würde er auftischen? „Saumagen natürlich“, sagt Weick. „Zumindest würde ich den empfehlen. Ob er ihn auch isst, weiß ich nicht.“