Ununterscheidbarkeit im Getümmel: Jugend- Symphonieorchester

Ununterscheidbarkeit im Getümmel: Jugend- Symphonieorchester

Saarbrücken. Hornisten wissen Reinhold Glières B-Dur-Konzert wegen seiner Kantilenen zu schätzen - und zu fürchten, da er kaum eine Fallgrube ausgelassen hat. Magdalena Ernst (22) packte beherzt den Stier bei den Hörnern und blieb Siegerin

Saarbrücken. Hornisten wissen Reinhold Glières B-Dur-Konzert wegen seiner Kantilenen zu schätzen - und zu fürchten, da er kaum eine Fallgrube ausgelassen hat. Magdalena Ernst (22) packte beherzt den Stier bei den Hörnern und blieb Siegerin. Mit meist sicherem Ansatz blies sie frischen Wind in spätromantische Gemäuer, verfing sich in keiner glitschigen Ton-Schlinge, ließ in langsamen Episoden ihrem lyrischen Geschick freien Lauf. Das Konzert des Landes-Jugend-Symphonieorchesters Saar (LJO) am Samstag in der Congresshalle war auf Popularität angelegt. Dirigent Alexander Mayer setzte auf forsche Tempi - gerade Wagners Meistersinger-Ouvertüre aber hätte mehr Bedacht gut getan, weil dadurch die Plastizität der Themen gewonnen hätte. Mayer prescht gern nach vorn. Das erhöht zwar den Schwung, lässt jedoch manches wichtige Detail unbeachtet. Deutlich wurde dies in Beethovens 5. Symphonie. Hier tat Mayer, besonders im Schluss-Allegro, zu viel des Guten. Ein solches, sich bis zum Prestissimo steigerndes Accelerando kann man nur Berufsmusikern zumuten. Amateure verlieren da gern den Faden. Auf der Strecke blieben die tapfer kämpfenden LJO-Musiker, die man im Getümmel kaum noch unterscheiden konnte. pes

Mehr von Saarbrücker Zeitung