Unternehmer soll Mensch bleiben

Unternehmer soll Mensch bleiben

Saarbrücken. Das Saarland soll bundesweit zur ersten Adresse für besonderes gesellschaftliches Engagement von Unternehmen werden. Deshalb startet die Landesregierung gemeinsam mit der regionalen Wirtschaft ein Großprojekt, das sich speziell an mittelständische Unternehmen richtet

Saarbrücken. Das Saarland soll bundesweit zur ersten Adresse für besonderes gesellschaftliches Engagement von Unternehmen werden. Deshalb startet die Landesregierung gemeinsam mit der regionalen Wirtschaft ein Großprojekt, das sich speziell an mittelständische Unternehmen richtet.Ziel ist eine im Betrieb gelebte "gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand" (Corporate Social Responsibility CSR). Diese könne sich auf viele Arten zeigen, sagt Projektleiterin Anne Stührenberg: von der Bereitstellung altersgerechter Arbeitsplätze bis hin zur Schaffung flexibler Arbeitszeit-Modelle, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen. Ebenso gehöre dazu, wenn Betriebe nur Rohstoffe verwenden, die unter menschenwürdige Bedingungen gewonnen werden. Soziale Verantwortung könne sich aber auch darin zeigen, dass Unternehmen besonders vielen Langzeitarbeitslosen eine Chance geben. Oder sich auszeichnen, in dem sie etwa mit einem gezielten Umweltmanagement den Energie- und Wasserverbrauch verringern.

Im Rahmen des zunächst bis Ende 2014 laufenden Projektes wolle man mit den Firmen CSR-Konzepte entwickeln - beispielsweise in Seminaren und Workshops. Das Geld dafür - insgesamt 640 000 Euro - kommt zu einem Fünftel aus dem Saarland. Allein 420 000 Euro stammen aus EU-Mitteln. Stührenberg betont, die erfolgreiche Verknüpfung von sozialem, ökonomischem und ökologischem Handeln stärke nachweisbar den wirtschaftlichen Erfolg und das Ansehen eines Unternehmens in der Öffentlichkeit. Zudem wachse die Zufriedenheit der Mitarbeiter mit ihrer Arbeit.

CSR ist Werbung für die Region

Lohn dieser Mühe sei eine bundesweit stärkere Beachtung als attraktiver Arbeitgeber sowie eine zusätzliche Werbung für die Region, betont auch Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Sie bezeichnete CSR als einen unverzichtbaren Beitrag der Wirtschaft für eine zukunftsfähige Gesellschaft.

Ein Auftaktsymposium am heutigen Mittwoch von 14 bis 18 Uhr in der Staatskanzlei am Saarbrücker Ludwigsplatz soll CSR Interessierte, Institutionen und Akteure zusammenbringen. In einer Podiumsdiskussion werden Vertreter der saarländischen Wirtschaft dann auch über die Einsatzmöglichkeiten und Erfolgsaussichten von CSR sprechen. Mit dabei ist die Geschäftsführerin der Schmeer Sand und Kies GmbH Püttlingen, Anja Schmeer (42). Ihr Unternehmen engagiert sich bereits jetzt, lädt zum Beispiel Schulklassen ein, um ihnen den Wert des Rohstoffes Sand näher zu bringen.

Hintergrund

Im Rahmen des Projektes "Bürgernahe Staatskanzlei" wird der erste Teil der heutigen Veranstaltung von 14 Uhr bis 15.30 Uhr im Internet übertragen. Unter www.live-dabei.saarland.de können Interessierte, die nicht vor Ort sein können, das Symposium online verfolgen. red