Unions-Arbeitnehmer und DGB: Riester-Rente muss auf den Prüfstand

Unions-Arbeitnehmer und DGB: Riester-Rente muss auf den Prüfstand

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und der Arbeitnehmerflügel der Union haben angesichts des sinkenden Rentenniveaus wachsende Zweifel an der Wirkung der Riester-Rente. Mit dieser zusätzlichen privaten Altersvorsorge soll die "Rentenlücke" eigentlich geschlossen werden.

"Es ist eine zentrale sozialpolitische Aufgabe des Staates, eine auskömmliche Alterssicherung für alle zu organisieren", sagte der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Karl-Josef Laumann, am Wochenende. Deshalb müsse die vor gut zehn Jahren eingeführte Riester-Rente überprüft werden. Sorgen bereite ihm, dass viele Geringverdiener keine Zusatzvorsorge abschlössen.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach erklärte: "Es ist wirklich höchste Zeit für eine ehrliche Analyse dessen, was mit der Riester-Reform in der Rentenpolitik angerichtet worden ist." Zwar gebe es mehr als 15 Millionen Riester-Verträge. Aber das entspreche nur rund 35 Prozent der Beschäftigten. Außerdem seien knapp 20 Prozent der Verträge ruhend gestellt und würden nicht bespart. Selbst bei sehr optimistischen Annahmen liege das Versorgungsniveau im Alter aus gesetzlicher und Riester-Rente deutlich unter dem Niveau, das vor einigen Jahren noch allein mit der gesetzlichen Rente erreicht worden sei, sagte Buntenbach: "Ein weiterer Sturzflug des Rentenniveaus auf bis zu 43 Prozent im Jahr 2030 reißt immer größere Löcher in die Altersabsicherung."