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Uni startet IT-Brutkasten

Saarbrücken. Die Saarbrücker IT hat weltweit einen guten Ruf. Jetzt haben Uni und Max-Planck-Gesellschaft ein Projekt gestartet, das aus Forschung Markterfolg machen soll. Joachim Wollschläger

Gute Ideen alleine reichen nicht, um ein Unternehmen erfolgreich zu machen. Es müssen mehrere Faktoren vorhanden sein: Der Markt für die tollen Produkte muss ebenso vorhanden sein, wie ein funktionierender Vertrieb, eine bezahlbare Produktion und natürlich das Potenzial für weitere Ideen.

Gute Ideen gibt es in der IT-Forschung der Saarbrücker Uni wie auch den Max-Planck-Instituten zuhauf. Manch eine dieser Ideen könnte durchaus auch zu einem marktfähigen Produkt taugen. Solche Ideen zu finden und weiterzuentwickeln ist die Aufgabe von Dirk Middelhoff und seinem Team. Middelhoff leitet die neu gegründete IT Inkubator GmbH, eine Tochter der Uni und der Max Planck-Gesellschaft.

Aufgabe des IT-Inkubators ist es, gute Ideen, beispielsweise in Doktorarbeiten , zu identifizieren. Gemeinsam mit den Forschern können diese dann über ein Jahr auf ihre Marktfähigkeit geprüft und gegebenenfalls weiterentwickelt werden. Ganz wichtig dabei: Das Inkubator-Team bringt die IT-Forscher auch mit der betriebswirtschaftlichen Seite zusammen. Nur in diesem Zusammenspiel haben Unternehmen die Chance, die kritischen ersten zwei Jahre zu überleben.

Ideen für den Inkubator gibt es mehrere: Beispielsweise eine Kameratechnik , bei der nachträglich am Computer festgelegt werden kann, wo genau der Schärfepunkt liegen soll. Oder eine Technik, die es ermöglicht, leuchtende Touch-Screen-Bildschirme in jeder beliebigen Form an einem speziellen Drucker flexibel auf unterschiedlichste Oberflächen zu drucken.

Auf zwei Jahre ist der Inkubator vorerst angelegt, Mit 1,5 Millionen Euro finanziere das Land das Projekt, sagte Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU ). Rund 100 000 Euro koste die Begleitung eines Unternehmens, rechnet Middelhoff. Gut angelegtes Geld, wenn es hinterher zum Erfolg führt.

Inexio-Chef David Zimmer forderte gestern beim offiziellen Start des Inkubators auch mehr Mut zum Scheitern: "Wir brauchen eine Scheiterkultur, damit wirklich gute Ideen entstehen können", sagte er. Die Frage, wie das Land zu mehr Gründungen kommt, beantwortete er pragmatisch: "Wir müssen die Zahl der Versuche erhöh en."