UKS Homburg beteiligt sich an Forschung zu Corona-Medikament und Impfung

Kostenpflichtiger Inhalt: Forschung zur Heilung von Corona : Uniklinik Homburg forscht an einem Impfstoff gegen Coronavirus

Im Saarland wird bald an einer Behandlung des Coronavirus geforscht. Die Uniklinik Homburg beteiligt sich an einer groß angelegten Studie.

Die Welt wartet auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Weltweit läuft die Forschung dazu auf Hochtouren. Um schnellstmöglich ein wirksames Mittel entwickeln zu können, beteiligt sich das Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg an einer groß angelegten klinischen Studie zur Erforschung einer Medikamentenwirkung, wie das UKS auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt. Die Studie findet in Zusammenarbeit mit den Unikliniken Frankfurt und Ulm statt und soll eine wissenschaftlich sichere Datenlage zur Behandlung von Covid-19-Patienten mit dem Blutplasma bereits genesener Patienten schaffen.

Laut Professor Dr. Hermann Eichler, Direktor des Instituts für klinische Hämostaseologie und Transfusionsmedizin in Homburg, beginne die Studie, sobald das Paul-Ehrlich-Institut, eine Bundeseinrichtung für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, sowie die zuständige Ethikkommission zugestimmt haben. Dies soll innerhalb weniger Wochen geschehen. Es gebe „erste Hinweise, dass die Transfusion von Blutplasma, das von gesunden Spendern nach überstandener SARS-CoV-2 Infektion gesammelt wurde, für die Behandlung von Patienten mit Covid-19 eingesetzt werden kann“. Dies sei jedoch noch nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Deshalb wirke das UKS an der Studie mit.

Professor Dr. Hermann Eichler vom Uniklinikum Homburg. Foto: Raºdiger Koop

Bei der Blutplasma-Spende geht es darum, dass Patienten, die eine Erkrankung überstanden haben, über Antikörper verfügen. Diese werden aus dem Blutserum entnommen und einem Erkrankten gespritzt. „Das Blutplasma ist das Medikament. Der Vorteil ist, dass man es nicht weiterverarbeiten muss“, erklärt Eichler. Die Gabe führt zur sogenannten Passiv-Immunisierung. Die Entwicklung von Impfstoffen auf dieser Basis ist in der Medizin gängige Praxis. Bereits 1891 stellte so der deutsche Immunologe Emil von Behring ein Diphterie-Antiserum her. „Da das Blutplasma gesunder Spender seit vielen Jahren als zugelassenes Arzneimittel eingesetzt wird, liegen bereits sehr viele Daten über das sehr günstige Nebenwirkungsprofil von Blutplasma vor“, sagt Eichler. Allerdings müsse die Wirksamkeit so gewonnener Impfstoffe gegen Covid-19 ebenfalls erst in klinischen Studien überprüft werden. Ob sich hier ein Vorteil im Vergleich zu anderen in Testung befindlicher Arzneimittel ergebe, könne derzeit noch nicht beurteilt werden, „da alle getesteten Substanzen unterschiedliche Vor- und Nachteile aufweisen“. Ebenfalls müsse überprüft werden, ob die Antikörper geheilter Patienten unterschiedlich stark wirksam seien.

Am Uniklinikum Homburg könne mit der Blutplasma-Spende geheilter Patienten nach dem Start der Studie ohne Verzögerung begonnen werden. „Wir haben sowohl die Technologie wie auch die Zulassung hierfür“, sagt Eichler. Voraussetzung für eine Spende sei, dass der Spender nicht mehr infektiös und gesundheitlich zur Plasmaspende befähigt sei. Dies werde durch eine ärztliche Voruntersuchung sichergestellt.

In den nächsten Tagen wird das Paul-Ehrlich-Institut in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) einen bundesweiten Aufruf an alle potenziellen Blutplasma-Spender starten, wie eine Sprecherin bestätigt. Ab diesem Zeitpunkt sollen sich entsprechende Informationen unter anderem auf der Website der BZgA finden lassen.

Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Website des Robert-Koch-Instituts