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Glosse
H&M setzt ein Zeichen

Glosse.
Glosse. FOTO: Tobias Hase / picture alliance / dpa
Fatima Abbas

Absolut konsequent: Das schwedische Textilunternehmen Hohn und Monkeys (H&M) will den Sohn von Boris Becker als Model engagieren. „Becker hat so lässig auf Rassismus reagiert. Er ist definitiv der coolste Affe im Dschungel“,  sagte ein Unternehmenssprecher, während er sich popcornmampfend eine Doku über afrikanische Sklaven reinzog. Noah Becker soll den Jungen ersetzen, der bis vor kurzem immer Kaffee holen und rassistisch angehauchte Pullis tragen musste. „Wir wollen damit ein Zeichen setzen.“ Zum feierlichen Auftakt wird Becker mit ausgebeuteten Textilarbeiterinnen in Indien und Kambodscha posieren. „So eine Wohltat. Und so bunt!“, sagte der Sprecher mit funkelnden Augen. Schließlich bekämen die Arbeiterinnen selten einen Promi zu Gesicht. „Die Kampagne wird sich verbreiten wie ein Lauffeuer in der Textilfabrik“ , postete er in seiner Euphorie auf Twitter und schoss drei Zwinkersmileys hinterher. Uiii, der Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten. Für den unsensiblen Vergleich nahm H&M seinen Sprecher kurze Zeit später unwiderruflich aus dem Sortiment.  „Wir entschuldigen uns aufrichtig“, hieß es. Absolut konsequent.