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glosse
Späte Kopftuch-Barbie

FOTO: Roby Lorenz / SZ
Eigentlich müssten die Aktionäre des Spielwaren-Giganten Mattel ihre Top-Manager an die Luft setzen. Wie viele Millionen Dollar sind dem Hersteller der Lieblingspuppe von Millionen Mädchen, der Barbie, seit Jahrzehnten durch die Lappen gegangen, nur weil es die Barbie nicht mit Kopftuch gab? Erst 2018  sollen die Kopftuch-Barbies weltweit in die Läden kommen. Bis dahin könnte selbst der mittelalterlichste Gottesstaat, Saudi-Arabien, so weit sein, dass Frauen im Bus mitfahren dürfen. Falls es bis dahin Busse in Saudi-Arabien gibt.

Dabei war Mattel mal weiter. In den 60er Jahren hatten meine Schwestern Barbies, die verschleiert waren. Vorbild dafür war die  „Bezaubernde Jeannie“, ein US-TV-Star, der als Flaschengeist erschien und mit einem Augenzwinkern die Welt veränderte.



Dieses  Augenzwinkern ist in der erregten Diskussion um die Kopftuch-Barbie verloren gegangen. Auch der Playmobil-Luther hatte die Zornesröte in die Gesichter der Strenggläubigen getrieben. Zum Glück gibt es die Kinder: Wenn die mit Kopftuch-Barbie und Playmobil-Luther Mutter-Vater-Kind spielen, gibt es Hoffnung in dieser tod­ernsten Erwachsenenwelt.