| 21:16 Uhr

Überlebenskampf bei Arcandor spitzt sich zu

Essen/Saarbrücken. Der Essener Handels- und Touristikkonzern Arcandor hat die Gespräche mit Metro zu einer möglichen Fusion von Karstadt und Kaufhof verschoben. Vor weiteren Gesprächen wolle Arcandor Klarheit über Wege zu seiner künftigen Finanzierung gewinnen

Essen/Saarbrücken. Der Essener Handels- und Touristikkonzern Arcandor hat die Gespräche mit Metro zu einer möglichen Fusion von Karstadt und Kaufhof verschoben. Vor weiteren Gesprächen wolle Arcandor Klarheit über Wege zu seiner künftigen Finanzierung gewinnen. Arcandor-Chef Eick werde morgen vor dem Bürgschaftsausschuss aussagen und dabei die Notwendigkeit von Mitteln aus dem Wirtschaftsfonds Deutschland verdeutlichen. Arcandor braucht eigenen Angaben zufolge bis spätestens 12. Juni eine staatliche Bürgschaft in Höhe von 650 Millionen Euro. Denn dann läuft ein Kredit aus, der ohne Bürgschaft nicht verlängert wird. "Für uns geht es jetzt erst mal um die Sicherung unserer Existenz", betonte ein Arcandor-Sprecher. Der Konzern sei aber nach wie vor zu Gesprächen mit Metro bereit. Eine privatwirtschaftliche Sanierung über eine Fusion mit Kaufhof halten beide Konzerne für nicht praktikabel. Die Metro müsste dann für Karstadt geradestehen. Während sich mehrere Politiker vor allem aus dem Unionslager gegen staatliche Hilfe für Arcandor aussprachen, hat die Linke im Bundestag eine Aktuelle Stunde zur Bedrohung bei Karstadt beantragt. Parteichef Oskar Lafontaine sagte, der Verweis auf Managementfehler helfe den Beschäftigten nicht. "Die Karstadt-Mitarbeiter haben ebenso wie die Opel-Mitarbeiter einen Anspruch darauf, dass der Staat alles unternimmt, um ihre Arbeitsplätze zu retten." Wenn Steuergelder fließen, müssten sie in Belegschaftsanteile umgewandelt werden, forderte Lafontaine. Heute wollen Karstadt-Beschäftigte in Berlin Druck auf die Bundesregierung machen. Die Gewerkschaft Verdi erwartet 5000 Teilnehmer. dpa/afp