Geld : Wenig Neues und doch ein Lichtblick für die Volkswirtschaft

Wenn US-Präsident Donald Trump eine Rede hält, schaut die Welt genau hin und das nicht nur, weil es sich um eine Ansprache einer der derzeit mächtigsten Männer der Welt handelt. In der Nacht vom 28. Februar auf den 1. März 2017 hielt Trump seine erste Rede nach Amtsantritt vor dem US-Kongress. Er überraschte durch ein gemäßigtes Auftreten, und obwohl er aus volkswirtschaftlicher Sicht kaum Neues auf der Agenda hatte, ist große Erleichterung spürbar.

Welches sind die wichtigsten Fakten der Trump-Rede aus volkswirtschaftlicher Sicht?

Die Trump-Rede wurde von zahlreichen Experten bewertet, ausgewertet und beurteilt, und die Meinungen waren unterschiedlich. Zwei Erkenntnisse aus der Rede bleiben haften. Obwohl die US-Konjunktur in der letzten Zeit kaum positive Entwicklungen zu verzeichnen hatte, darf zukünftig ein Wachstum erwartet werden. Auch die Stimmung in den Unternehmen der europäischen Zone war nach der Trump-Ansprache positiv. Ein Grund dafür sind die fortschreitenden wirtschaftlichen Entwicklungen mit China. Allgemein lässt sich sagen, dass Trump optimistische Erwartungen geschürt hat. Diese optimistische Haltung untermauerte Trump durch eindrückliche Tatsachen. Obwohl die Arbeitslosenquote in USA mit 4,7 % auf 4,8 % leicht angestiegen ist, stehen die Weichen durch Schaffung von 227.000 neuen Arbeitsplätzen in 2017 auf Erfolg. Davon dürfte auch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) profitieren, welches im Jahr 2016 in USA nur um 1,6 % gestiegen war. Zukünftig darf mit einem erneuten und nennenswerten Anstieg des BIP gerechnet werden.

Neben der positiven Stimmung in den US-Unternehmen aufgrund des verbesserten Einkaufsmanagerindex ISM, der mit 57,7 Punkten auf einen Anstieg der Wirtschaftsaktivität in USA hindeutet, bestehen laut der Deutschen Bank bessere Aussichten auf Wachstum für die gesamte Weltwirtschaft. Die Unternehmen in der Eurozone freuen sich über eine Verbesserung im verarbeitenden Gewerbe, die sich ebenfalls im Einkaufsmanagerindex (EMI) mit 55,4 Punkten niederschlägt. Ein eindeutiges Indiz für eine vorteilhafte europäische Konjunkturentwicklung ist und bleibt laut Trump die wirtschaftliche Entwicklung in China. Anzeichen für eine anhaltende Wachstumsdynamik in China sind auch die aktuell florierenden Aktien- sowie Anleihemärkte und hohe Kreditvergaben, obwohl das derzeitige Wachstum das Geringste seit 1990 ist .

Weitere Aussagen von Trump kritisch beobachten

Voller Erwartungen waren Trumps Anhänger und Kritiker hinsichtlich konkreter Aussagen zur angekündigten amerikanischen Steuerreform, zur Reformierung der Krankenversicherung aus der Obama-Hinterlassenschaft und zu den Grundzügen der angekündigten Einwanderungspolitik. Diese wichtigsten aller offenen Fragen zu Trumps Regierungsabsichten blieben in seiner Kongressrede weitgehend unbeantwortet. Auch zum Umgang mit der 'ausländischen Konkurrenz, die USA gefährlich werden könnte', äußerte sich Trump nicht. Er zog es vor, die Informationen zu wiederholen, die bereits im Wahlkampf mehrfach gesagt wurden:

Er wiederholte sein Versprechen, Amerika vor Kriminalität und Terrorismus zu schützen. Öffentliche und private Investitionen sollen der Verbesserung der Infrastruktur dienlich sein. In Sachen Steuern äußerte er sich allgemein, dass diese gesenkt werden sollen. Wie und womit, wurde nicht erläutert. So tappen alle weiter im Dunkeln. Konkretisierung gehörte in der Ansprache nicht zu Trumps Stärken. Die aktuelle Krankenversicherungsoption 'Obamacare' will Trump durch ein besseres Konzept ersetzen, wobei es für die Amerikaner rein hypothetisch betrachtet keine Verschlechterung geben soll. Bei dieser Info blieb es.

Alle Aussagen blieben vage, so dass große Skepsis an Trumps Integrität und Ernsthaftigkeit seiner Pläne ihre Berechtigung hat. Den positiven volkswirtschaftlichen Aussichten ist dagegen durchaus zu trauen, da hiervon die Welt und 'Trumps Amerika' gleichermaßen profitieren.

Weiterführende Informationen: Kapitalmarktausblick der Deuschen Bank