Wirtschaft : Saarland = Autoland ?

Das wirtschaftliche Bild des Saarlands ist in weiten Teilen Deutschlands noch immer stark von der Vergangenheit geprägt. Der ab der keltischen Zeit nachweisbare Bergbau in der Region endete allerdings endgültig im Jahr 2012.

Der Rückgang des Steinkohleabbaus begann jedoch bereits dreißig Jahre früher in den Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts. Seit dieser Zeit hat sich ein tiefgreifender Strukturwandel vollzogen . Waren früher Kohle und Stahl die dominierenden Faktoren im Wirtschaftsgeschehen an der Saar, so ist es heute die Automobilindustrie.

Viele wichtige Zulieferer der deutschen und europäischen Autoindustrie

Wenn heute vom Autoland Saarland die Rede ist, dann geht es weniger um die an der Saar hergestellten Fahrzeuge. Denn mit Ford unterhält nur ein einziger Automobilkonzern ein eigenes Werk im kleinsten Flächenland Deutschlands. In Saarlouis sind mit 6.500 Angestellten gut ein Viertel der in Deutschland für Ford tätigen Arbeitskräfte beschäftigt. Wesentlich wichtiger als dieser Einzelfall sind die im Rahmen des Strukturwandels im Saarland angesiedelten Zulieferbetriebe. Hierunter befinden sich Namen wie Bosch, Michelin und INA die sämtlich in Homburg ansässig sind. Hinzu kommen Eberspächer in Neunkirchen sowie ZF Getriebe in der Landeshauptstadt Saarbrücken. Spannt man den Bogen etwas weiter, zählen auch die in der ehemaligen Bergbauregion verbliebenen großen Stahlbetriebe wie die Saarstahl AG und die Dillinger Hütte zu wichtigen Zulieferern der deutschen Autoindustrie.

Ein Land der Autofahrer

Die Statistiken des Kraftfahrtbundesamtes geben unter anderem Auskunft darüber, wie viele Personenkraftwagen pro 1.000 Einwohner in den einzelnen Bundesländern zugelassen sind. Am 1. Januar 2016 waren dies für das Saarland 622 PKW. Damit herrscht im Saarland die höchste Fahrzeugdichte im privaten Kraftverkehr von ganz Deutschland. Schon das benachbarte Rheinland-Pfalz weist auf Platz zwei mit 601 Fahrzeugen 21 Autos weniger pro 1.000 Einwohner auf als das Saarland. Während im Saarland der Wert von 2015 bis 2016 von 614 auf 622 gestiegen ist, fiel er bei Schlusslicht Berlin von 341 auf 340 zurück. Das Auto ist deshalb für das Saarland nicht nur ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor, sondern als wichtigstes Verkehrsmittel auch Teil des Lebens. Kein Wunder, dass Firmen wie Kroschke Signs and Services immer gut zu tun haben, weil viele Saarländer ihre Zulassung hier vornehmen lassen .

Die Automobilindustrie des Saarlands in Zahlen

Der Strukturwandel des Saarlands hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in nachhaltiger Weise vollzogen. Bereits 2008 waren in der saarländischen Automobilindustrie 23.000 Mitarbeiter beschäftigt. Diese machten gut ein Fünftel der industriellen Arbeitsplätze des Bundeslandes aus und erwirtschafteten die Hälfte aller in diesem Wirtschaftsbereich erzielten Umsätze. Nimmt man die Stahl- und Kunststoffindustrie sowie Teile des Maschinenbaus und der Elektroindustrie hinzu ist die Zahl der Arbeitskräfte im Automobilbereich im Saarland zwischen 2008 und 2017 von 42.000 auf 50.000 Beschäftigte gestiegen. Diese machen dann sogar 40 Prozent der Arbeitsverhältnisse in der Industrie aus. Da die Autoindustrie derzeit im Schnitt gute Zahlen erzielt, bedeutet dies auch und gerade für die Wirtschaft an der Saar gute Zukunftsperspektiven.