Anzeige

Wir treffen uns im Paradies

: Wir treffen uns im Paradies

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist weltweit das einzige Eisenwerk aus der Blütezeit der Industrialisierung, das vollständig erhalten ist. Seit dem 1. Mai hat das Weltkulturerbe einen neuen Generaldirektor.    

Die Besucherwege führen zu Meilensteinen der Technikgeschichte wie den weltweit einmaligen Gebläsemaschinen, der Sinteranlage oder dem ebenfalls exzeptionellen Erzschrägaufzug. 

Wo früher Schornsteine qualmten und ohrenbetäubender Lärm den Arbeitsalltag bestimmte, finden heute Konzerte und hochkarätige Ausstellungen statt. Die Ausstellung „Afrika – Im Blick der Fotografen“, im spröden Charme der Möllerhalle, zeigt einen Blick auf Afrika jenseits von Stereotypen. Die Fotoarbeiten sind geprägt von der Innensicht und dem künstlerischen Blick afrikanischer Fotografen auf ihre Heimatregionen. Sie erzählen vom Alltag in den Städten, von Industrie, den Spuren der Vergangenheit und von Pop-Kultur. Die Ausstellung im Weltkulturerbe Völklinger Hütte bietet den intensiven Positionen afrikanischer Fotografinnen und Fotografen ein Forum und ermöglicht den Besuchern so einen facettenreichen und vielleicht auch überraschenden Blick auf die afrikanische Kultur. Die Fotoschau ist bis zum 1. November 2020 zu sehen. Einen ersten Eindruck bietet der virtuelle Rundgang unter www.voelklinger-huette-afrika.org.
     

Dr. Ralf Beil, Generaldirektor Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Foto: Weltkulturerbe Völklinger Hütte/Oliver Dietze
Dr. Ralf Beil, Generaldirektor Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Foto: Weltkulturerbe Völklinger Hütte/Oliver Dietze

Der Kunsthistoriker Dr. Ralf Beil ist seit dem 1. Mai 2020 Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte. Er gilt als mutiger Ausstellungsmacher, der die Orte der Kunst auch in gesellschaftliche Zusammenhänge einbettet. Im Interview spricht er über den Reiz der Völklinger Hütte und über seine Pläne mit dem Weltkulturerbe.

Herr Dr. Beil, was reizt Sie am Weltkulturerbe Völklinger Hütte?

Dr. Ralf Beil: Für mich macht das Weltkulturerbe zweierlei besonders. Einmal die Qualität der unterschiedlichen Orte: die auratische Gebläsehalle, die lichte Möllerhalle, die hinreißende Gartenlandschaft des Paradieses. Zum anderen ist das Weltkulturerbe ein historischer Schauplatz – ein einzigartiges Zeugnis unserer Industriegesellschaft , das ganz viel Geschichte bündelt. Hier hat sich das komplette 20. Jahrhundert eingeschrieben.

Welche Pläne haben Sie für das Weltkulturerbe Völklinger Hütte?

Beil: Ich möchte mehr „Geschichte von unten“ machen. Die Stimmen der Generationen von Arbeiterfamilien sollen verstärkt zu Wort kommen. Sie haben die Hütte über ein Jahrhundert hinweg am Laufen gehalten, das ist ein Akt historischer Gerechtigkeit. Und ich möchte hier am historischen Schauplatz der Industriegesellschaft danach fragen, wie unsere menschengemachte Zukunft aussieht. Im Sinne eines Zukunftslabors werden wir uns hierzu positiv Gedanken machen.

Was wird Ihre erste Ausstellung sein?

Beil: Für die großen Ausstellungen in der Gebläsehalle habe ich einige Pferde im Stall. Ich weiß nur noch nicht, welches ich zuerst ins Rennen schicke. Ich möchte die Besucherinnen und Besucher über das Erleben zum Nachdenken verführen – es geht um Kopf und Bauch. Bei der nächsten Ausstellung „Mon Trésor“, die wir ab dem 12. September präsentieren, richten wir unseren Blick auf die europäische Kernregion mit dem Saarland, Lothringen und Luxemburg. Wir werden unterschiedlichste, oft auch überraschende Schätze dieser Großregion präsentieren. Und wir werden die Bewohnerinnen und Bewohner aufrufen, uns ein Digitalfoto mitsamt Kurzkommentar mit ihrem eigenen „Schatz“ zu senden. red/hup
       

Auf einen Blick


Weltkulturerbe
Völklinger Hütte
Rathausstraße 75-79
66333 Völklingen
Telefon Besucherservice: (0 68 98) 9 100 100
mail@voelklinger-huette.org
www.voelklinger-huette.org

Öffnungszeiten
täglich von 10 bis 19 Uhr
Zugang zum Paradies bis 18.30 Uhr
Zugang zum Hochofen bis 18.30 Uhr (ab 18 Uhr nur mit dem Aufzug)

In geschlossenen Räumen ist das Tragen eines Nasen-Mundschutzes Pflicht, auf dem Freigelände wird er empfohlen. Die Abstandsregel von 1,5 Metern ist bitte einzuhalten.