Die Saarländerinnen und Saarländer identifizieren sich besonders stark mit ihrer Heimat.

Das schönste Bundesland der Welt

Die Saarschleife, eines der Wahrzeichen des Saarlandes. Foto: Henry Czauderna - stock.adobe.com

Das Saarland ist ein Land im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland“, heißt es im Online-Lexikon Wikipedia. „Was heißt hier: ein Land?“, werden da viele Saarländerinnen und Saarländer denken und sagen. „Das schönste Bundesland der Welt!“ Wer diese Bezeichnung für übertrieben hält, weiß nicht, wie die Saarländerinnen und Saarländer zu ihrem Bundesland stehen. Sie identifizieren sich mehr als die Menschen in allen anderen deutschen Bundesländern mit ihrer Heimat. Das hat die Jacobs University Bremen, eine private, staatlich anerkannte Hochschule, vor zwei Jahren in einer Studie belegt. 

Die Saarländerinnen und Saarländer identifizieren sich besonders stark mit ihrer Heimat.

 

„Im Vergleich der Bundesländer zeigt sich, dass die Heimatverbundenheit im Saarland, gefolgt von Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern, am höchsten ist. Die niedrigste Heimatverbundenheit zeigen Menschen in Berlin (Platz 16), Bremen (Platz 15) und Nordrhein-Westfalen (Platz 14)“, heißt es in der vor knapp zwei Jahren veröffentlichten Studie, die die Bremer Hochschule im Auftrag des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat erstellt hat.
 

Die hohe Bindung ans Land hat sich bei den Saarländerinnen und Saarländern schon lange durch eine im Bundesvergleich besondere Eigenheimdichte gezeigt. Der Saarländer baut, um zu bleiben, wo er geboren und aufgewachsen ist. Und man sagt den Saarländern nach, dass selbst ein großer Teil derer, die es in die weite Welt, die bereits einen Meter hinter der Landesgrenze beginnt, gezogen hat, irgendwann wieder heimkommen. So verwundert es auch nicht, dass die Bremer Forscher neben der allgemeinen Heimatverbundenheit der gemeinen Saarländerinnen und Saarländer noch etwas anderes festgestellt haben: „Die lokale Küche ist besonders beliebt im Saarland: Dort stimmen über 80 Prozent der Aussage völlig oder ziemlich zu und nur drei Prozent lehnen sie ab“, heißt es in der Studie.
 

Vielleicht sind es gerade die vielen Veränderungen, die an der Saar ein Gefühl für Gemeinschaft, für Zusammengehörigkeit geschaffen haben. „Das Schicksal der Menschen in der Saarregion war geprägt von vielen Umwälzungen: Drei Kriege und zwei Volksabstimmungen brachten zahlreiche Grenzverschiebungen mit sich, die dazu führten, dass ein um 1900 geborener Saarländer im Laufe seines Lebens fünf verschiedene Pässe besaß“, beschreibt das Historische Museum am Saarbrücker Schlossplatz die wechselhafte saarländische Geschichte.
 

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Das erleuchtete Staatstheater in Saarbrücken mit Blick auf die Stadtautobahn. Foto: Simon - stock. adobe.com

Der Heimatbegriff sei „mittlerweile gut 1000 Jahre alt und damit untrennbar mit der deutschen Kultur verbunden“, erklären die Autoren der Studie der Jacobs University Bremen. Allerdings habe er sich über die Jahrhunderte immer wieder gewandelt und mit ihm die Bedeutung, die die Menschen der Heimat beimessen. Ursprünglich entstamme der Begriff Heimat dem Althochdeutschen „Heimôte“ bzw. „Heimôti“ aus dem 11. Jahrhundert. Zu dieser Zeit sei Heimat „eine religiös besetzte Idee“ gewesen. „Es handelte sich um die Sehnsucht nach dem Himmelreich“, schreiben die Forscher. Auch wenn Heimat sich heute eher auf das irdische Sein beziehe, schwinge beim Gedanken an den Begriff Heimat „bei vielen Menschen noch immer eine gewisse Sehnsucht nach himmlischer Ruhe und dem Gefühl des Ankommens mit“. Für Saarländerinnen und Saarländer bedeutet das: Ihr schönstes Bundesland der Welt ist so etwas wie der Himmel auf Erden. rol