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Sprachkompetenz durch Lesen entwickeln

      : Sprachkompetenz durch Lesen entwickeln

Jenny Ungericht, vhs-Direktorin und Fachdienstleiterin für Kultur, Sport, Archiv und Bibliothek der Mittelstadt Völklingen, ist nun seit sechs Monaten im Amt. Anne Bartelt vom Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt sprach mit ihr über die ersten sechs Monate und die Zukunft ihres Fachdienstes und der vhs.

Wie fällt Ihre erste Bilanz nach sechs Monaten im Amt aus?

Jenny Ungericht: Voller Tatendrang habe ich mich auf mein erstes vhs-Semester gefreut, auf kulturelle und sportliche Projekte, Kooperationen und Austausch. Leider hat die Corona-Pandemie all diese Pläne durchkreuzt. Die ersten Wochen in meiner neuen Stelle waren geprägt von Krisenmanagement und Umorientierung der vhs-Kurse in den digitalen Bereich.

Ist diese Umorientierung gelungen?

Ungericht: Der Anfang war sehr schwer. Die Menschen kommen zu uns, um persönlichen Kontakt zu den Dozenten und anderen Kursteilnehmern zu haben. Es war schwierig, den Leuten das digitale Angebot schmackhaft zu machen. Dazu kam noch, dass wir ein recht kompliziertes Konferenzsystem benutzt haben, mit dem sowohl unsere Lehrkräfte als auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer häufig technische Schwierigkeiten hatten.

Wie ist die Situation in der Zwischenzeit?

Ungericht: Das gesamte vhs-Team und unsere Lehrkräfte haben sich in den letzten Monaten unglaublich viel mit Digitalisierung beschäftigt und jeden Tag Neues dazugelernt. So wurden die Web-Seminare technisch und damit auch inhaltlich immer besser. Inzwischen haben wir außerdem ein neues Konferenzsystem. Seitdem funktionieren unsere digitalen Kurse sehr gut. Im kommenden Semester werden wir deshalb manche unserer Kurse in Form eines hybriden Klassenzimmers anbieten. Das bedeutet, dass unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Präsenzunterricht besuchen oder sich virtuell von Zuhause zum Kurs zuschalten können. So sind wir zukünftig auf alle Corona-bedingten Eventualitäten vorbereitet. Unser Schwerpunkt bleiben aber die Präsenzkurse.

Das klingt nach einer herausfordernden Aufgabe. Gibt es denn noch weitere Bereiche, in denen Sie Änderungen innerhalb des Fachdienstes und der vhs anstreben oder aufgrund von Corona anstreben müssen?

Ungericht: Ich habe von meinem Vorgänger einen sehr gut funktionierenden Fachdienst und eine tolle vhs übernommen. Daher gibt es nichts, was ich grundsätzlich ändern möchte. Jede Person hat aber natürlich ihren eigenen Führungsstil und ihre eigenen Interessen und Schwerpunkte. Ich bin Germanistin. Dreh- und Angelpunkt meiner bisherigen Tätigkeiten war immer die Tatsache, dass schulischer, beruflicher und gesellschaftlicher Erfolg, neben der Gesundheit, die Sprache ist. Viele Menschen unterschätzen, welche Macht und welchen Einfluss eine gute Sprachkompetenz hat. Sehr wichtig für die Entwicklung einer guten Sprachkompetenz ist unter anderem das Lesen. Daher habe ich, analog zum Großprojekt „Völklingen lebt gesund“ meines Vorgängers, in Kooperation mit der Stadtbibliothek das Großprojekt „Völklingen liest.“ ins Leben gerufen.

Planen Sie innerhalb dieses Projektes direkte Kooperationen vor Ort?

Ungericht: Ich denke da an eine enge Kooperation mit Kindergärten, Schulen, der Integrationsbeauftragten der Stadt sowie den zahlreichen Vereinen und weiteren Institutionen. Allerdings werden all meine künftigen Projekte von Zusammenarbeit geprägt sein. Niemand ist eine Insel.