Anzeige

Sportplatz Lulustein erstrahlt in neuem Glanz

Über 4 Millionen Euro investierte der ATSV Saarbrücken in seine Zukunft. : Sportplatz Lulustein erstrahlt in neuem Glanz

Der Alt-Saarbrücker Turn- und Sportverein (ATSV) hat die einzige dunkelblaue Tartanbahn im Saarland. Der grüne Naturrasen im Stadion auf der Bellevue wird umsäumt von einem dunkelblauen Band, ein absoluter Blickfang. Hingucker nennt man so was. Der Verein wollte das unbedingt haben, als sichtbares Zeichen in den Stadt- und Vereinsfarben für einen der größten Sportvereine des Saarlandes, der gerade dabei ist, sich für die Zukunft fit zu machen und der als breitensportlich orientierter Club attraktiv sein will, da er mit weiterem Mitgliederzuwachs rechnet. Der Grund: Sport ist beliebt und die Umgebung der Bellevue gewinnt durch neue Wohngebiete immer mehr Nachbarn.

Ende Mai können die Leichtathleten vier Rundbahnen und sechs Sprintbahnen nutzen und sich auf einer neuen Anlage heimisch fühlen. „Natürlich müssen wir noch Wege finden, wie die einzelnen Sportarten in Zeiten der Kontaktbeschränkungen trainieren können. Aber da gibt es Lösungen“, sagt ATSV-Vorstandsvorsitzender Dr. Stephan Schaeidt. Der Mathematikdozent der Hochschule für Technik und Wirtschaft kümmert sich seit Wochen intensiv um die Bauarbeiten und ist nicht ganz unglücklich über die Corona-Zwangspause. Die habe es ermöglicht, in Ruhe alles fertigzustellen. Oktober 2019 sollten die Bauarbeiten schon abgeschlossen sein, es gab kleinere Verzögerungen. Jetzt in der Krise sei man außerordentlich gut vorangekommen. Kein Vereinsmitarbeiter sei in Kurzarbeit, alle würden sich engagieren, um die 1956 eingeweihte Anlage für die nächsten Jahrzehnte fit zu machen. Die Sanierung sei kein Luxusprojekt gewesen, ihr seien langfristige Planungen vorausgegangen. Letztlich hätten auch Mängel beseitigt werden müssen. Es bot sich an, eine komplette Sanierung auf den Weg zu bringen, deren Ergebnis sich sehen lassen kann. Die Außenanlagen und die Halle wurden in die Arbeiten einbezogen, es wurden neue Toiletten auf dem Sportplatz errichtet, neue Duschen und Umkleiden in der Halle und die Barrierefreiheit hergestellt. Einzig die Behindertentoilette steht noch auf dem Plan, aber auch die werde man bald haben.

Der neue ATSV-Sportplatz bietet jetzt alles, was in der Leichtathletik klassisch gefordert wird. Neben der DIN-Laufbahn können alle Sprung- und Wurfdisziplinen ausgeführt werden, sogar Speer-, Hammer- und Diskuswurf werden möglich sein, Kugelstoßen ebenfalls. Daher habe der Platz auch keinen Kunstrasen, sondern eine natürliche Rasenfläche, wo die Wurfgeräte einschlagen können. Bei Hammerwurf leidet ein Rasen, doch dafür sei er da, meint der ehemalige Spitzensportler. Fürs Kugelstoßen gibt es außerdem eine Trainingsfläche neben dem Rasen, wo die Kugeln keinen Schaden anrichten können. Das ATSV-Stadion bietet einen zweiten Rasenplatz für die Fußballer, ein neues Beachvolleyballfeld und eine Multifunktionsfläche und damit ausreichend Platz für die 1700 Mitglieder.

4,2 Millionen Euro wurden investiert. Der Verein konnte auf einen Bundeszuschuss von 3,4 Millionen Euro zurückgreifen. Den Rest stemmten Verein und Stadt. Die Halle ist außen neu gestrichen, energetisch saniert, statisch überarbeitet.
       

Die neuen Sportanlagen des ATSV Saarbrücken. Die Halle hat eine neue Decke erhalten. Foto: BeckerBredel
Die neuen Sportanlagen des ATSV Saarbrücken. Die Halle hat eine neue Decke erhalten. Foto: BeckerBredel

Die blaue Bahn ist für Schaeidt das i-Tüpfelchen. „Blau ist die Farbe der Stadt und die Farbe des Vereins. Wir glauben an ein blaues Wunder am Lulustein. Die blaue Farbe ist eine Sonderanfertigung, den Mehrpreis übernimmt der Verein. Aber jetzt haben wir die Bahn und sind stolz darauf“, freut sich Schaeidt und zeigt seine Freude darüber ganz offen. „Unser Einzugsgebiet umfasst einen sozialen Brennpunkt. Jetzt kommen Neubaugebiete auf der Bellevue und am Franzenbrunnen dazu. Wir bekommen neue Mitglieder aus der gehobenen Mittelschicht. Wir gewinnen neue Mitglieder für unsere 16 Fachabteilungen. Und denen bieten wir jetzt was.“ Ein „Schmuckstück für das ganze Saarland“ sei das Stadion, das nicht nur für Mitglieder da sei. „Wenn die Anlagen während des Vereinsbetriebs offen sind, können auch Nichtmitglieder hier Sport treiben. Es ist für jeden nutzbar. Wir haben das Stadion für die Allgemeinheit gebaut. Es gibt nur keine festen Öffnungs- und Schließzeiten. Aber wer hier trainieren will, wird Möglichkeiten finden“, sagt der Vereinschef. Und Visionen fürs nächste Projekt hat er auch schon. Die Halle könnte eine Tribüne gebrauchen. Machbar sei das, wenn weitere Fördermittel gewonnen werden könnten. bub