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OBERE SAAR Trainer Jörn Birster: Ära Birster endet beim SV Auersmacher

Die Zeit von Jörn Birster als Trainer des SV Auersmacher ist im November zu Ende gegangen - im Januar kommt der neue Trainer Stephan Otte. Jörn Birster im Interview

Jörn Birster gewann als Spieler und Trainer viermal das Saarländische Hallenmasters. Fotos: Helko Lehmann

In diesem November ist die Zeit von Jörn Birster als Trainer des SV Auersmacher zu Ende gegangen. Andreas Wellner betreut jetzt für zwei Spieltage die Mannschaft und im Januar kommt der neue Trainer Stephan Otte.

Die Beendigung des Trainerengagements von Jan Berger und die Lösung mit Interimstrainer Jörn Birster kamen für viele überraschend – haben Sie lange gebraucht, um diese wichtige Entscheidung, für den SVA in die Bresche zu springen, zu treffen?

Jörn Birster:
Ich hatte gar keine Zeit zum Überlegen. Ich war an dem Tag (15.8.) unterwegs und hatte auch mein Handy nicht dabei. Es war ja Feiertag. Meine Frau hat dann von einer Freundin eine Nachricht bekommen mit dem Inhalt: „Was ist denn da in Auersmacher los?“ Ich habe dann mit dem Handy meiner Frau Sportvorstand André Hemmer angerufen, der mich über die Entscheidung des Vereins, sich von Jan zu trennen, informiert hat. Im nächsten Satz hat er mich dann gefragt, ob ich nachmittags das angesetzte Training der ersten Mannschaft leiten kann. Ich bin dann zu dem Training gefahren und seitdem habe ich die Burschen an der Backe (lacht). 

Zum Zeitpunkt des Beginns Ihrer Tätigkeit waren bereits vier Spieltage absolviert. Wie haben Sie die Mannschaft nach Ihrer Übernahme vorgefunden?

Jörn Birster:
Die Mannschaft war in einem sehr guten Zustand. Mit sechs Punkten nach vier Spieltagen lagen wir ja auch damals schon im gleichen Punkteschnitt wie jetzt. Es war nur ein Tag Zeit bis zum Spiel gegen Ludwigshafen, und ich habe in dem einen Training viele Einzelgespräche geführt. Da Jan gute Vorabreit geleistet hatte, musste ich auch nicht allzuviel ändern. Personell habe ich sogar nur einen Wechsel, dazu noch ein oder zwei Umstellungen vorgenommen. Das erste Spiel war dann eines der besten Spiele, das ich in meiner gesamten Zeit beim SVA (2001 bis 2012, 2014) gecoacht habe. An dem Tag hatte einfach alles gepasst, und man konnte dort nur den Hut vor dem Charakter der Jungs ziehen. 

Welche Hoffnungen setzen Sie in den neuen Trainer Stephan Otte?

Jörn Birster:
Stephan und ich haben uns sogar schon einmal als Trainer duelliert. Vor ca. drei oder vier Jahren war Christof Müller an einem Wochenende erkrankt und bat mich, seine Jungs zu coachen. Es ging ausgerechnet nach Bischmisheim, damals die absolute Spitzenmannschaft der Liga und seit zwei Jahren zu Hause ungeschlagen. Stephan war der Trainer. Wir haben sensationell mit 2:1 gewonnen und anschließend die Bierbestände der „Rehböcke“ leer getrunken. Eine tolle Erinnerung! Ich habe Stephan nach dem Spiel gegen den FC Karbach kennengelernt. Er macht einen sehr netten Eindruck, und ich habe bislang ausschließlich Gutes über ihn gehört. Er übernimmt eine intakte Mannschaft. 

Was machen Sie eigentlich, wenn Ihr Trainerengagement nach dem Heimspiel gegen Gonsenheim endet?

Jörn Birster:
Die drei Monate waren für mich extrem intensiv und aufreibend. Ich habe einige „Federn“ gelassen, bin aber auch froh, dass ich helfen konnte. Ich denke, ich hinterlasse meinen Nachfolgern ein bestelltes Feld. Die fehlenden Punkte zum Erreichen des großen Ziels Klassenerhalt wird die Mannschaft im neuen Jahr frühzeitig einfahren. Ich habe sicherlich nicht alles richtig gemacht, aber ich habe immer versucht, mein Bestes zu geben. Meine persönlichen Ziele (Transparenz und Nachvollziehbarkeit meiner Entscheidungen, junge Spieler einbauen, Stärkung der zweiten Mannschaft) habe ich erreicht, und auch mit der Punkteausbeute bin ich insgesamt zufrieden. Nach dem Gonsenheim-Spiel werden meine Frau und ich ausgiebig Urlaub machen.

Das Interview führte Heiko Lehmann

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