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Kunstgenuss trotz Abstand

: Kunstgenuss trotz Abstand

Was vor einigen Wochen noch undenkbar schien, ist erfreuliche Wirklichkeit geworden: Die Museen der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz haben ihre Häuser wieder geöffnet.       

Das Saarlandmuseum mit Moderner Galerie, der Alten Sammlung sowie dem Museum in der Schlosskirche, das Museum für Vor- und Frühgeschichte, die Römische Villa Nennig und das Deutsche Zeitungsmuseum in Wadgassen: Für alle Häuser und abgestimmt auf die jeweiligen Räumlichkeiten wurden detaillierte Hygienekonzepte und spezielle Wegeleitsysteme entwickelt.
       

Die Besucher erleben die Aura der Kunstwerke mit einem Höchstmaß an Sicherheit – Kunstgenuss trotz Abstand. In den Räumen der Modernen Galerie lässt sich dies in der aktuellen Ausstellung „aufgeblättert – ausgebreitet: Künstlerbücher“ sehr schön nachvollziehen. Künstlerbücher können verschiedenste Gestaltungsformen annehmen: von Mappen mit lose eingelegten Einzelblättern über gebundene Bücher bis hin zu hybriden Formen, die vom Betrachter ausgebreitet und erkundet werden wollen. Die konzeptuell angelegten Künstlerbücher der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehen über die Malerbücher vom Beginn des 20. Jahrhunderts weit hinaus: Bilder dienen nun nicht mehr – im Rahmen kostbarer Editionen – als Illustration für Texte, sondern Text und Bild haben sich zu eigenständigen Ausdrucksformen emanzipiert. Um die vielfach raumgreifenden Werke möglichst umfassend zu präsentieren, gliedert sich die Ausstellung in zwei Teile mit jeweils eigenem Auftritt. Der erste Teil wird bis zum 16.8.2020 gezeigt, der zweite beginnt am 29.8. mit einer Laufzeit bis zum 29.11.2020. Zweigleisig, digital und analog, zeigt das Saarlandmuseum in seiner alten Sammlung spektakuläre Italienische Meister. Aus dem Lindenau-Museum Altenburg sind kostbare Werke von Renaissance-Künstlern wie Perugino, Ghirlandaio und Botticelli nach Saarbrücken gereist. Auf 40 große Künstlernamen lässt sich diese Aufzählung erweitern. Anhand herausragender Beispiele der Tafelmalerei aus den bedeutenden Kunstzentren Italiens wie Florenz, Siena und Perugia wird die Entwicklung des Bildes vom späten Mittelalter bis zur Renaissance nachgezeichnet.

Durch die Corona-bedingte temporäre Schließung war es zunächst nicht möglich, mit den prächtigen Originalen auf direkte Tuchfühlung zu gehen. Das Saarlandmuseum ermöglichte daher den Kunstgenuss auf digitalem Weg. Auf der Sonder-Website www.kulturbesitz.de/botticellidigital konnten und können auch weiterhin Interessierte und Kunstbegeisterte die Ausstellung entdecken. Neben allen in Saarbrücken gezeigten Werken hat das Kuratorenteam um Thomas Martin auf der Website zusätzlich ein paar Blicke „hinter die Kulissen“ zusammengestellt, die normalerweise beim Museumsbesuch nicht zu sehen sind.

Seit der Wiedereröffnung der Alten Sammlung sind diese außergewöhnlichen Meisterwerke nun bis zum 15. November auch sinnlich zu erleben. Die Kostbarkeit der Originale tritt deutlicher denn je vor Augen. Denn sind wir doch ehrlich: Das Auratische eines Kunstwerkes kann durch das Digitale nicht ersetzt werden. red/hup
     

Auf einen Blick


Saarlandmuseum: Moderne Galerie
Bismarckstraße 11-15
66111 Saarbrücken

Alte Sammlung
Schlossplatz 16
66119 Saarbrücken

Telefon (06 81) 99 64-0
www.kulturbesitz.de

Öffnungszeiten für die Moderne Galerie und die Alte Sammlung jeweils
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Mittwoch von 10 bis 20 Uhr