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FINANZEN, STEUERN & VERSICHERUNGEN Warum eine Steuererklärung abgeben?

Eine freiwillige Steuererklärung kann sich positiv auswirken. Wir erklären, auf was man achten kann und welche Ausgaben geltend gemacht werden können.

Viele empfinden die Steuererklärung als lästig, sie kann sich aber lohnen. Foto: v.poth/stock.adobe.com

Gesetzlich sind Personen nur dann zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet (Pflichtveranlagung), wenn Ihre sonstigen Einkünfte (alle Einkünfte außer Lohneinkünften, also beispielsweise Einkommen aus freiberuflicher oder selbstständiger Arbeit, Dividenden, Vermietung, Renten etc.) eine bestimmte Grenze (sog. Grundfreibetrag) überschreiten. Ist das nicht der Fall, erwartet das Finanzamt keine Steuererklärung. Trotzdem kann natürlich eine freiwillige Steuererklärung (Antragsveranlagung) eingereicht werden. Das geschieht formlos, indem (analog zur Pflichtveranlagung) einfach die entsprechenden Formulare ausgefüllt und ans Finanzamt übermittelt werden. Wenn eine Einkommensteuererklärung eingereicht wird, obwohl man nicht dazu verpflichtet sind, ist das niemals von Nachteil. Im ungünstigsten Fall sind alle abzugsfähigen Kosten ausgeschöpft und die Steuererklärung wurde umsonst gemacht.

Für eine freiwillige Steuererklärung gibt es eine Frist von vier Jahren. Bei der freiwilligen Abgabe der Steuererklärung ist die sogenannte Festsetzungsfrist zu beachten. Diese endet regelmäßig am 31.12. eines Jahres. Für die freiwillige Abgabe einer Steuererklärung für das Jahr 2020 ist also Zeit bis zum 31.12.2024. Seit dem 1. Januar 2023 gelten neue Grenzen für den Grundfreibetrag. Das ist der Grenzbetrag für das Einkommen, für das keine Einkommensteuer gezahlt werden müssen. Dieser Freibetrag soll der Absicherung des Existenzminimums dienen. Die Höhe des Grundfreibetrags ändert sich jedes Jahr. Im Jahr 2023 beträgt der Grundfreibetrag für Ledige 10908 Euro. Steuern werden erst fällig, wenn das zu versteuernde Einkommen den Grundfreibetrag übersteigt. Beim zu versteuernden Einkommen hat das Finanzamt bereits alle berücksichtigungsfähigen Ausgaben abgezogen.

Was kann rückwirkend geltend gemacht werden?

Die Werbungskosten (z. B. Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, doppelte Haushaltsführung, Berufskleidung, Fortbildungen etc.) im Zusammenhang mit Ihrer beruflichen Tätigkeit sind meist die wichtigsten Ausgaben, mit denen sich Arbeitnehmer zu viel gezahlte Steuern zurückholen können. Vom zu versteuernden Einkommen von Angestellten zieht das Finanzamt immer die Arbeitnehmerpauschale ab. Diese 1230 Euro werden nicht versteuert. Meistens kann man aber mehr herausholen. Übersteigen die beruflichen Ausgaben den Pauschbetrag, zählt jeder zusätzliche Euro, um Steuern zu sparen. Generell gilt deshalb: Von Jahresanfang an sollten Belege, die Ausgaben für den Beruf dokumentieren, gesammelt werden. Falls 2023 aus beruflichen Gründen ein Umzug anstand, können auch diese Kosten als Werbungskosten bei der Einkommensteuer geltend gemacht werden.

Arbeitszimmer oder Homeoffice-Pauschale

Hier hat es im Steuerjahr 2023 einige einschneidende Änderungen gegeben. Ein Arbeitszimmer lässt sich nur noch dann absetzen, wenn es der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit ist. Das betrifft Angestellte nur noch in sehr seltenen Fällen, betroffen sind eher Freiberufler. Diese können entweder die gesamten Kosten absetzen - oder eine Pauschale von 1.260 Euro für das gesamte Jahr geltend machen.

Arbeiten im Homeoffice: Die Homeoffice-Pauschale wurde entfristet und verbessert. So können Steuerpflichtige pro Tag im Homeoffice sechs Euro in der Einkommensteuererklärung geltend machen. War die Pauschale bislang auf 600 Euro im Jahr begrenzt, können ab 2023 bis zu 1.260 Euro jährlich geltend gemacht werden. Damit sind künftig 210 statt 120 Homeoffice-Tage begünstigt. Die Pauschale gilt auch, wenn kein häusliches Arbeitszimmer zur Verfügung steht. Das entlastet gerade Familien mit kleineren Wohnungen, da ein separates Arbeitszimmer nun nicht mehr Voraussetzung für einen Steuerabzug ist.

Darüber hinaus können folgende Ausgaben grundsätzlich geltend gemacht werden:
• Versicherungen
- Krankenversicherung, gesetzlich und privat
- Gesetzliche Rentenversicherung
- Rechtsschutzversicherung
- Altersvorsorge
• Kfz-Steuer
• Haushaltsnahe Dienstleistungen
- Handwerker
• Privatschule oder Hochschulkosten
• Kinderbetreuungskosten
• Gesundheitskosten
• Spenden                           wf


LWS-Steuerberatungsgesellschaft informiert

Was sind Aufbewahrungsfristen und warum sind sie so wichtig?

Wir, als Ihr Steuerberater möchten Sie über ein wichtiges Thema informieren, welches jeden Betrifft - die Aufbewahrungsfristen!

Von Steuerunterlagen über Versicherungspolicen bis hin zu Verträgen jedes Dokument hat seine eigene Aufbewahrungsfrist. Aufbewahrungsfristen beziehen sich auf den Zeitraum, für den bestimmte Dokumente oder Aufzeichnungen aufbewahrt werden müssen, um gesetzliche Anforderungen zu erfüllen oder für zukünftige Referenzen verfügbar zu sein. Diese Fristen können je nach Art des Dokuments und den geltenden Vorschriften variieren.

Aufbewahrungsfristen sind aus rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Gründen wichtig.
• Rechtlich: Dokumente müssen oft für gesetzliche Anforderungen aufbewahrt werden, z. B. Steuerunterlagen, Verträge und Arbeitsverträge.
• Finanziell: Aufbewahrungsfristen ermöglichen Überprüfungen von Transaktionen und die Bereitstellung von Nachweisen für Steuererklärungen und Versicherungsansprüche.
• Organisatorisch: Durch ordnungsgemäße Aufbewahrung gemäß den Fristen wird die Organisation erleichtert und der Zugriff auf wichtige Unterlagen gesichert.

Wichtig ist auch, dass man die Aufbewahrungsfristen richtig verwaltet:
• Dokumentation: als Aufzeichnung in einer Liste
• Organisation: im Ordner oder Digital
• Entsorgung: abgelaufene Fristen können nach der DSGVO entsorgt werden
• Aktualisierung: Regelmäßiges überprüfen der Fristen

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