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Darauf stehen Deutsche Zuhause

   : Darauf stehen Deutsche Zuhause

  

Bodenbeläge prägen Raumklima und Gesamteindruck entscheidend. Ein klarer Ausstattungs-Trend im eigenen Heim geht zu natürlicher Anmutung unter den Füßen mit tollen „Kunststücken“. 

Was den 30er Jahren der Parkettboden war und den 70ern der Teppichboden, das scheint heutzutage der sogenannte Designboden: Der Untergrund der Wahl für das Herzstück des Hauses – den Wohnbereich. Doch die aus mehreren Schichten zusammengesetzten Boden-Kunstwerke können noch mehr: Anders als ihre Vorgänger sind sie, dank flexibel anpassbarer Oberflächenstrukturen auch problemlos für Bad und Küche einsetzbar.
    

Grundsätzlich gilt: Es gibt fast nichts, dass es nicht gibt. Mit der richtigen Oberflächenbehandlung sind heute nahezu alle gängigen Materialien für Bodenbeläge für nahezu alle Bereiche des Hauses einsetzbar. Gerade künstliche Bodenbeläge zeigen sich dabei aber als wahre Verwandlungskünstler mit größter Flexibilität. Keine Frage: Holz ist (fuß) warm und hat den Charme des absolut natürlichen. Parkett hat seinen Preis und ist ein gewisses Statement, das man sich – noch immer – vor allem im Wohn- und Essbereich gönnt. Holzböden sind recht pflegeleicht und dauerhaft , zum Teil allerdings empfindlich gegenüber mechanischer Beanspruchung und geradezu allergisch auf Flüssigkeiten. Sind die Abnutzungserscheinungen der obersten Schicht allzu deutlich, lässt sich der Boden immerhin abschleifen und gegebenenfalls erneut versiegeln. Dehnungsfugen gehören bei einem Holzboden naturgemäß dazu und sollten in die Planung einbezogen werden.
  

Auf Kuschelkurs mit textilen Belägen

Fest verlegte Teppichböden sind tendenziell etwas aus der Mode geraten. Gelten sie doch als eher schwierig zu reinigen und als Staubfänger – ein rotes Tuch für Allergiker. Wobei Befürwortertextiler Bodenbeläge ins Feld führen, dass der Teppich Staub und seine allergenen Bestandteile immerhin festhält und so weniger unangenehm zwischen den Saugvorgängen für Betroffene sei. Gerade im Schlafzimmer, wo es viele Menschen gerne kuschelig haben und wenig Flecken durch verschüttete Nahrungsmittel oder dreckige Schuhe zu erwarten sind, verstecken sich durchaus noch vielerorts Teppichböden.

Steinmaterialien unter den Füßen sind traditionell im Bad und Außenbereich vorherrschend. Auch Flure und Treppenhäuser profitieren von den Eigenschaften. Schiefer, Granit, Marmor, Sandstein und Travertin zählen nach ihrer Bearbeitung zu den Naturwerksteinen. Die Bodenplatten werden in quadratischen, rechteckigen und polygonalen Formen angeboten. Hier handelt es sich um ein natürliches Material, das Farb- und Musterungsunterschiede aufweisen kann und keine dichte Oberfläche besitzt. Naturwerksteine sind sehr robust und langlebig. Auch Betonwerksteine zählen zu den Steinbelägen. Die Sichtflächen der Platten sind zum Teil geschliffen und gegebenenfalls auch poliert. Betonwerksteine können in vielen Farben verbaut werden, sind unempfindlich gegen mechanische Angriffe und z.B. im Industriebau sehr vielseitig einsetzbar.
     

Bei Steindekoren behauptet sich die ganze Palette der Grautöne, besonders bei den neutralen Betonoptiken. Foto: MMFA/Skema Sintesy Star.K
Bei Steindekoren behauptet sich die ganze Palette der Grautöne, besonders bei den neutralen Betonoptiken. Foto: MMFA/Skema Sintesy Star.K

Keramische Beläge werden in drei Arten unterteilt: Klinker, Fliesen und Terracotta. Klinker oder auch Hartsteinzeug bestehen aus einem Tongemisch, das bei imens hohen Temperaturen glasartig gebrannt wird. Sie sind druckfest, beständig gegen Säuren, Laugen und die meisten Chemikalien. Klinker werden für Fußbodenfliesen in verschiedener Form hergestellt und ergeben - im Rüttelbett verlegt - hochbeständige Fußbodenbeläge. Fliesen bestehen aus gebranntem Ton und sind in jeder nur denkbaren Farbe herzustellen, ihre Oberflächen können glatt, lasiert, glasiert oder strukturiert sein. Terrakotta ist in unterschiedlichen Formaten als Fliesenware erhältlich. Ein baubiologisch idealer Bodenbelag, da er atmungsaktiv und natürlich, aus Ton und Wasser, hergestellt ist. Er ist angenehm fußwarm, für Fußbodenheizungen geeignet, abriebsicher, mit verschiedenen Oberflächenstrukturen (natürlich rau, glatt geschliffen, glasiert) lieferbar und pflegeleicht. Wichtig ist bei nicht imprägniertem Material eine Behandlung durch Beizen, Wachsen oder Versiegeln nach der Verlegung.

Camouflage-Künstler Designboden

Sogenannte Designböden sind mehrschichtig modularen Fußbodenbeläge, die seit einigen Jahren besonders im Trend liegen. Es habe sich ein fester Markt etabliert der immens expandiere, meldet der junge Fachverband MMFA. Aus gutem Grund, denn die aus mehreren Schichten flexibel zusammengefügten Systemböden sind besonders breit einsetzbar und verbinden häufig die Vorzüge verschiedener Materialien. Diese künstlich geschaffenen Bodenbeläge lassen sich in drei Kategorien einteilen: 1. „Wood“ – Böden mit Trägerplatten aus Holzwerkstoffen und Oberflächen aus Polymer oder einer Korkschicht mit einer Dicke unterhalb der Korkboden-Norm. 2. „Polymer“ – Böden mit Trägerplatte und Oberflächen aus Polymer-Materialien und 3. „Mixed“ als Kategorie für alle anderen Produktaufbauten.

MMF-Böden im Allgemeinen, aber besonders die, „Rigidböden“ genannten, aktuell bei weitem erfolgreichsten Böden aus der Polymer-Gruppe sind ideal für Räume, in denen Böden hart beansprucht werden. Sie sind pflegeleicht, strapazierfähig, Feuchtraum geeignet, dimensionsstabil: Besonders Wasserfestigkeit gilt als „Riesenthema“ bei allen Bodenbelägen. Aber Rigidböden können noch mehr: Sie sind dazu geeignet, über selbst etwas unebene bestehende Unterböden gelegt zu werden (einschließlich Keramik, Parkett oder Dielenboden) - ohne zu intensive Vorbereitung. Da schwimmend verlegt wird, sind keine Klebstoff e notwendig. Andere gefragte Merkmale sind die warme, komfortable Haptik der polymeren Oberflächen sowie die Tatsache, dass die Böden für Fußbodenheizungen geeignet sind.

Besondere Mühe geben sich die Hersteller bei durch die Bodenkonstruktion reduziertem Trittschall. Eine Konstruktion des Bodens mit integrierter Rückenbeschichtung kann die Schallübertragung des Trittschalls in darunter gelegene Räume ohne zusätzliche Unterlagsmaterialien um bis zu 19 dB reduzieren, heißt es in einer Presseerklärung des Branchenverbands.

Trendoptiken am Boden

Konsumenten haben vermehrt hohe Ansprüche an „Wohngesundheit“ und achten auf Produkte mit Kennzeichnungen wie „PVC- und weichmacherfrei“. Eine neue Generation von Vinylboden kommt nun vollkommen ohne PVC aus ohne Verluste in der Funktionalität. Hier kommt beispielsweise Ecuran, ein Stoff der hauptsächlich aus Pflanzenölen und natürlich vorkommenden Materialien besteht, für besonders naturschonende Böden zum Einsatz. Dieses Segment der MMF-Böden auf Basis alternativer Polymere (im Gegensatz zum „Benchmark“-Rohstoff PVC) erschließt zumindest in Europa zusätzliche Marktanteile am insgesamt wachsenden Markt. In diesem Zusammenhang tauchen auch Zertifizierungen mit dem bekannten „Blauen Engel“ auf. Emissionsarme Produktion, nachhaltigen Produkte, Umweltzertifikate sowie Herstellerprädikate wie „100% recyclebar“ gibt es zunehmend auch in diesem Markstsegment.

Ob Original oder Imitation: Am Boden geht der Trend zur Naturschönheit. Eiche in allen Nuancen, auch mit optisch unverändert belassenen Schönheitsfehlern wie Ästen und breiterem Farbspiel, findet aktuell besonders guten Absatz. Farblich geht es von gelb hin zu tabakfarben. Bei Steindekoren behauptet sich die ganze Palette der Grautöne, und im Kontrast dazu die farbenfrohen Zusammenstellungen portugiesischer Fliesen. Immer wichtig die natürliche und authentische Optik: Ein Boden muss echt und natürlich aussehen – im bewussten Kontrast zum „Artifiziellen“. Es tauchen weniger Verfremdungen auf, stattdessen vereinzelt die Spuren von Sägeschnitten. Andere Themen im dekorativen Bereich sind umlaufende lackierte Fasen, Nadelholzoptiken oder der spannende „Fusion“-Versuch, innerhalb eines Sortiments systematisch Holz- und Steinoptik für gemeinsames Verlegen miteinander zu kombinieren. red