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ALLES RUND UMS AUTO Kfz-Versicherung: Vollkasko oder Teilkasko?

Lieber Vollkasko oder Teilkasko? Alter und Wert des Autos sind meist entscheidend. Foto: Fokussiert-stock.adobe.com

Worin liegen die Unterschiede?
Was empfiehlt sich unter welchen Voraussetzungen?
Wie lässt sich Geld sparen, ohne auf Versicherungsschutz zu verzichten? Ein Überblick!

Wer sich ein Auto zulegt, muss dieses versichern, um überhaupt am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen zu dürfen. Hierfür gibt es die Kfz-Haftpflichtversicherung, die aber nur Unfallschäden am Fahrzeug des Unfallgegners begleicht. Schäden am eigenen Auto werden darüber nicht abgegolten: Kratzer, Beulen oder eine kaputte Windschutzscheibe werden von der Haftpflicht nicht übernommen.

Wer sich ein Auto zulegt, wird aber in der Regel dafür sorgen wollen, dass es gut versichert ist. Hier kommt nun die freiwillige Kaskoversicherung ins Spiel, die entweder als Teilkasko- oder als Vollkaskoversicherung abgeschlossen werden kann. Aber welche von beiden ist im Einzelfall sinnvoll, zumal sie unterschiedliche Schadensfälle abdecken und sich preislich nicht unerheblich voneinander unterscheiden.

Was ist durch die Kaskoversicherung abgedeckt? Hier lohnt der Blick ins Kleingedruckte. Foto: SKatzenberger-stock.adobe.com
Was ist durch die Kaskoversicherung abgedeckt? Hier lohnt der Blick ins Kleingedruckte. Foto: SKatzenberger-stock.adobe.com

Abhängig von Alter und Wert

Ob eine Teilkasko oder doch eine Vollkasko sinnvoll ist, hängt im Regelfall vom Alter und vom Wert des Autos ab. Für sehr alte, geringwertige Autos genügt möglicherweise sogar die Haftpflichtversicherung. Neben dem Blick auf das Fahrzeug ist auch der in den Geldbeutel nicht unwichtig - immer verbunden mit der Frage, wie viel man bereit ist auszugeben für den Versicherungsschutz des eigenen Autos. Eine Vollkaskoversicherung dürfte sich bei einem Neuwagenkauf in den ersten drei bis maximal fünf Jahren in jedem Fall lohnen. Danach 1 empfiehlt sich der Wechsel in die Teilkasko.

Wer sein Auto über Leasing oder einen Kredit finanziert, ist möglicherweise aber vertraglich verpflichtet, eine Vollkaskoversicherung über die komplette Vertragslaufzeit abzuschließen. Das gilt es im Einzelfall abzuklären.

Was Teil- und Vollkasko absichern

Durch eine gute Teilkasko ist ein großer Teil häufiger Schäden abgegolten. Dazu zählen etwa Glasbruch in Folge eines Steinschlags, Unwetterschäden (etwa durch Sturm, Hagel oder Überschwemmung), generell Zusammenstöße mit Tieren (Wildunfälle) oder Schäden und Folgeschäden, verursacht durch Tierbisse (Marderschäden an Kabeln, Leitungen oder Schläuchen). Auch der Totalverlust des Autos wird über die Teilkasko geregelt. Das betrifft den Diebstahl, einen Brand, aber auch Raub unter Gewaltanwendung und Unterschlagung, wenn das verliehene Auto nicht mehr zurückgegeben wird.

Bei der Vollkasko tritt der Versicherer bei den vorgenannten Teilkasko-Fällen gleichermaßen ein, zusätzlich aber auch bei Schäden am eigenen Fahrzeug durch einen selbst verschuldeten Unfall oder bei Schäden durch Vandalismus und Unfallflucht. Gerade die Abdeckung von Schäden am eigenen Auto durch einen selbst verschuldeten Unfall (unter Berücksichtigung einer vertraglich fixierten Eigenbeteiligung) ist für viele maßgebend für einen Vollkasko-Abschluss, insbesondere bei eher ungeübten Autofahrern (Fahranfängern) mit neuwertigen Fahrzeugen. Allerdings werden hierbei mitunter erhebliche Versicherungsbeiträge fällig, die in Relation zu möglichen Schadensfällen gestellt werden sollten.

Schadenfreiheitsklassen bei Vollkasko

Auch wenn die Grundregel gilt, sinnvollerweise in die Teilkasko zu wechseln, wenn das Auto schon einige Jahre auf dem Buckel hat, ist eine Ausnahme zu beachten: Die Vollkaskoversicherung kennt nämlich im Gegensatz zur Teilkasko das System der sogenannten „Schadenfreiheitsklassen“. Konkret bedeutet dies, dass hier - ebenso wie bei der Haftpflichtversicherung der Versicherer für jedes Jahr ohne Schaden einen höheren Rabatt gewährt. Diesen Rabatt gibt es im Rahmen der Teilkasko nicht. Dies kann dazu führen, dass bei einer hohen Schadenfreiheitsklasse die Vollkasko günstiger ausfällt als die Teilkasko. Dementsprechend lohnt es sich, beim Versicherer beide Beiträge abzufragen, um vergleichen zu können. Generell lohnt es sich, die Versicherungsangebote genau gegenzulesen, um einen exakten Vergleich der Vertragsinhalte zu haben.

Wichtig: Blick ins Kleingedruckte

Auch wenn es sich in den beschriebenen Einzelfällen lohnen kann, die Vollkasko der Teilkasko vorzuziehen, lohnt es sich in der Regel nicht, in der Vollkasko zu verbleiben, wenn das Auto deutlich an Wert verliert. Wer hingegen ein wertvolles altes Auto fährt, sollte sich über eine spezielle Oldtimer-Versicherung informieren. Grundsätzlich kommt man nicht umhin, vor dem Abschluss einer Teil- oder Vollkaskoversicherung auch einen Blick auf das Kleingedruckte zu werfen. So sollte der Vertrag eine Klausel beinhalten, durch die der Versicherer auf das „Recht zur Einrede der groben Fahrlässigkeit“ verzichtet. Die Klausel greift etwa dann, wenn man durch das Überfahren einer roten Ampel einen Unfall baut, deutlich zu schnell unterwegs ist oder auf dem Smartphone tippt. Hingegen bezahlt der Kaskoversicherer nie, wenn die Fahrt unter Alkohol- oder Drogeneinfluss erfolgt. Das gilt auch, wenn der Diebstahl des Autos grob fahrlässig herbeigeführt wurde. Ebenfalls achten sollte man darauf, dass neben Schäden auch Folgeschäden abgegolten werden - Beispiel: Marderbiss! Damit sind ein Motorschaden durch ein zerbissenes Kabel, beschädigte Antriebs- oder Achsgelenke in Folge angenagter Gummimanschetten oder der Austausch eines kompletten Kabelstrangs, wenn speziell beim Elektro-Auto ein Kabel angebissen wurde, mitversichert. All dies gilt als Folgeschaden. Nach Erhebungen des ADAC ist die Wahrscheinlichkeit eines Marderverbisses bei E-Autos eher gering. Wenn der Marder allerdings das Hochvoltkabel erwischt, muss mitunter der komplette Kabelstrang ausgetauscht werden - eine Reparatur im vierstelligen Bereich, die je nach Auto einem wirtschaftlichen Schaden gleichkommen kann.

Versicherungsbeitrag selbst senken

Wie bereits kurz erwähnt, lässt sich der Preis für die Kaskoversicherung durch die Höhe der Eigenbeteiligung senken. Bei einem Schadensfall wird dann vom Versicherer der Betrag oberhalb der Eigenbeteiligung erstattet. Bei geringfügigen Schäden wird so möglicherweise die Kaskoversicherung gar nicht herangezogen. Für die Höhe der Kaskoversicherung ist auch maßgebend, welche Typklasse das Fahrzeug hat. Hier fließen verschiedene Statistiken zur Unfallhäufigkeit und Diebstahlgefahr eines Modells ein. Auch der Wohnort spielt eine Rolle. Statistiken zur Unwetterhäufigkeit oder zu Fällen von Vandalismus werden berücksichtigt. Eine günstigere Versicherungsprämie ermöglicht auch eine vertraglich vereinbarte Werkstattbindung. Hierbei verpflichtet sich der Versicherungsnehmer, Kaskoschäden ausschließlich in einer Partnerwerkstatt des Versicherers ausführen zu lassen. Insbesondere für die Besitzer von Gebrauchtwagen ist dies eine interessante Einsparmöglichkeit.
tt

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