Tatort "Weiter, immer weiter": Die Überraschung kam etwas zu früh

„Tatort“-Nachlese : Die Überraschung kam etwas zu früh

Ein toller Hauptdarsteller, eine gute Story und eine Auflösung, die leider ein paar Minuten zu früh kommt. Der sehenswerte Kölner „Tatort“ im Schnell-Check.

Worum ging es? Der degradierte Streifenpolizist Frank Lorenz (Roeland Wiesnekker) wird Zeuge, wie ein Drogenjunkie von einer Straßenbahn überfahren wird. Er überzeugt seinen alten Kumpel Freddy Schenk (Dietmar Bär), dass viel mehr hinter diesem Fall steckt als nur ein tragischer Unfall. Doch seine Ermittlungen entpuppen sich als Hirngespinst. Lorenz ist psychisch krank. Am Ende stirbt er nach einer missglückten Geiselnahme.

Was war gut? Eine ganze Menge. Zwar wurde dem Zuschauer schnell klar, dass bei Lorenz seelisch einiges aus dem Ruder läuft. Dass er sich allerdings die ganze Geschichte nur ausgedacht hat, war eine richtige Überraschung. Bei seinem insgesamt zehnten Auftritt in einem „Tatort“ hinterließ der Schweizer Schauspieler Wiesnekker einen gewohnt starken Eindruck.

Was war nicht so gut? Die Auflösung kam vielleicht etwas zu früh. Schon zehn Minuten vor dem Ende war klar, dass der Streifenpolizist seelisch krank ist. Dies wäre auch eine gute Schluss-Pointe gewesen. Stattdessen gab es noch einen Ausflug nach Düsseldorf, eine Geiselnahme inklusive SEK-Einsatz sowie eine dramatische Schießerei mit Todesfolge. Unnötigerweise quälte sich der Fall also etwas ins Ziel.

Lohnte sich das Einschalten? Ja. Köln-Fans lieben das Duo Schenk/Ballauf ohnehin. Alle anderen freuten sich über eine gelungene Story.

(csi)
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