Tamis auf dem Halberg: Zu hören gab es Hits der Barockmusik

Saarbrücken. Das Programm las sich fast wie die Top 10 der Barockmusik. Im 4. SR-Studiokonzert war die Reihe "Tage alter Musik" (Tamis) zu Gast auf dem Saarbrücker Halberg. Mit der vielfach preisgekrönten "Akademie für Alte Musik Berlin", die ein stattliches Publikum in den Sendesaal lockte

Saarbrücken. Das Programm las sich fast wie die Top 10 der Barockmusik. Im 4. SR-Studiokonzert war die Reihe "Tage alter Musik" (Tamis) zu Gast auf dem Saarbrücker Halberg. Mit der vielfach preisgekrönten "Akademie für Alte Musik Berlin", die ein stattliches Publikum in den Sendesaal lockte. Matthew Locke war mit einem vierstimmigen Consort in F wohl der unbekannteste Komponist. Er war Lehrer von Henry Purcell, dessen Suite aus der Schauspielmusik "The Gordian Knot Untied" einen sanften Höreinstieg in die besondere Art des historischen Musizierens ermöglichte. Dann Händel mit dem g-moll-Oboenkonzert und Bach: Das vitale Doppelkonzert c-moll für Violine und Oboe - und als krönender Abschluss das 5. Brandenburgische Konzert. Die Tutti-Streicher, Spielfreude und gegenseitige Zuwendung in den lächelnden Gesichtern, breiteten einen flexiblen, homogenen Klangteppich für die Solisten aus. Sicherlich gibt es Barock-Ensembles, die mehr rhythmisch-dynamischen Biss kultivieren. Doch wer will schon wissen, welche der subjektiven Orientierungen die richtige sein soll. Jedenfalls erfreuten die gepflegt begrenzte Emotionalität, die feinen Farben, die gesunden Tempi. Georg Kallweit gab den Violin-Soli technische Brillanz, Xenia Löffler meisterte die Probleme der klappenlosen Barock-Oboe ansprechend und Christoph Huntgeburth blies eine perfekte Traversflöte, die leider in der unteren Oktave klanglich etwas im Tutti unterging. Raphael Alpermann am Cembalo war nicht nur körpersprachlich Primus inter Pares. Seine Soli im Brandenburgischen sprudelten affektvoll und virtuos, dem rhythmischen Zwang des Ensemblespiels enthoben. Viel Beifall und eine rasch gewährte Zugabe: Menuet und Badinerie aus Bachs h-moll-Suite. fa