Tage Alter Musik I: Der SR-Sendesaal wird zum Museum

Saarbrücken. Zum lebendigen Museum wurde am Samstag der Sendesaal des Saarländischen Rundfunks, auch wenn die Überreste einer Veranstaltung vom Vortag die Bühne unschön zierten. Mit dem Ensemble "London Baroque" waren Tamis, die "Tage Alter Musik im Saarland", zu Gast im 4. Studiokonzert

Saarbrücken. Zum lebendigen Museum wurde am Samstag der Sendesaal des Saarländischen Rundfunks, auch wenn die Überreste einer Veranstaltung vom Vortag die Bühne unschön zierten. Mit dem Ensemble "London Baroque" waren Tamis, die "Tage Alter Musik im Saarland", zu Gast im 4. Studiokonzert. Anmutig musizierten zwei Violinen, Viola da Gamba und Cembalo eine Fantasie von John Jenkins und ein "Sett" von William Lawes, das harmonisch und kontrapunktisch überraschte.Programm-Schwerpunkt "Orpheus Britannicus": Henry Purcell war auch mit Beispielen seiner Instrumentalmusik vertreten. Musik mit linder Emotion und schlichter Dynamik, die sich zwar an italienischen Vorbildern orientiert, aber der altenglischen Polyphonie verpflichtet ist. Sie war zu Purcells Zeit längst aus der Mode gekommen. Für klangliche Abwechslung sorgte die Sopranistin Miriam Allan mit weltlichen "Songs" aus Schauspielmusiken von Purcell. Ihre helle, bewegliche Stimme zeigte vielfältige, textbezogene Ausdrucks-Nuancen: Schmerz und Humor, Liebe und Leiden, englische Gefühlswelt des 17. Jahrhunderts. Von Purcells "Songs" aus "The Fairy Queen" spannte sich der Bogen ins 18. Jahrhundert zum Händel-Zeitgenossen Thomas Augustin Arne mit Shakespeare-Liedern. Luftige, originelle und angenehme Melodien, die den Geschmack dieser Zeit geprägt haben. Das zahlreiche Publikum war "very amused" und erfreute sich an den zugegebenen Songs von Purcell.

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