Warum Übergewicht kein wirksames Knochentraining ist

Los Angeles. (ml) Übergewicht ist nicht gut für die Knochen.

Lange Zeit hatte man geglaubt, es bilde sich zusätzliche Knochensubstanz, weil das Gewicht des Fettgewebes ständigen Druck auf die Knochen ausübt. Inzwischen weiß man, dass der Druck bei Weitem nicht ausreicht, um einen Knochenaufbau herbeizuführen.

Wissenschaftler einer Kinderklinik in Los Angeles , die in einer Studie 150 Mädchen und 150 Jungen im Alter von 13 bis 21 Jahren untersucht hatten, kamen zu dem Ergebnis, dass nur eine höhere Muskelmasse mit einer besseren Knochendichte einhergeht. Je mehr Muskelmasse die Teilnehmer hatten, desto besser war der Zustand ihrer Knochen.

Ein höherer Anteil an Fettgewebe beeinflusste die Knochendichte gar nicht, berichteten die Forscher. In einigen Fällen ging ein hoher Fettanteil sogar mit einer schlechteren Knochenstabilität einher. Bei Übergewicht sei der Druck des höheren Gewichts auf die Knochen zu gering, um die Knochenneubildung anzuregen. Starke Muskelaktivitäten hingegen beanspruchten die Knochen in dem Maße, das für die Bildung neuer Knochensubstanz erforderlich sei.

Das Forscherteam äußerte sogar die Vermutung, dass Fettgewebe die Knochendichte möglicherweise sogar vermindert. Im Fettgewebe gebildete Hormone oder andere Botenstoffe könnten das Gleichgewicht von Knochenbildung und -abbau stören. Die knochenbildenden Zellen und die Vorläufer von Fettzellen entstünden aus den gleichen Stammzellen. Würden davon sehr viele benötigt, um bei hoher Kalorienzufuhr Fettgewebe aufzubauen, könnte es sein, dass für die Knochenstabilisierung nicht mehr genügend verfügbar seien. Übergewicht helfe in keinem Fall dabei, mehr Knochensubstanz aufzubauen und einem Knochenschwund vorzubeugen.

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