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Schlechte Luft lässt die Haut schneller altern

Beauty : Umweltverschmutzung schadet der Haut

Spezielle Kosmetikprodukte sollen vor Feinstaub und Chemikalien schützen. Wichtig ist eine regelmäßige Reinigung.

Abgase, Feinstaub, Ruß oder chemische Dämpfe: Nicht nur die Lunge, sondern auch die Haut ist im Alltag vielen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Wer in der Stadt wohnt, muss zum Beispiel damit rechnen, schneller zu altern als Menschen auf dem Land. „Das wurde vor zehn Jahren bekannt“, erklärt die Kosmetikwissenschaftlerin Dr. Meike Streker aus Hamburg.

Damals entstand die erste grundlegende Studie zur Hautalterung. Wissenschaftler untersuchten die Haut von 400 kaukasischen Frauen im Alter zwischen 70 und 80 Jahren. Dabei fiel auf, dass die Frauen, die auf dem Land lebten, weniger tiefe Falten und weniger Altersflecken hatten, als jene, die in der Stadt lebten.“ Diese Daten wurden inzwischen von zahlreichen weiteren Studien bestätigt, berichtet die Expertin. Die Vergleiche brachten immer das gleiche Ergebnis: Luftverschmutzung greife die Haut an.

In den Drogerie-Regalen finden sich inzwischen zahlreiche Seren, Cremes oder Masken, die Schutz vor verschiedenen Umwelteinflüssen versprechen. Der Markt für Anti-Pollution-Kosmetik (Anti-Umweltverschmutzung) scheint in den letzten Jahren gewachsen zu sein. „Es kommt nicht unbedingt darauf an, dass Produkte den Trend im Namen tragen“, sagt Jenny Pohl, Sprecherin für Birkenstock Natural Skin Care, „es zählen vor allem die inneren Werte. Beim Reinigen sollten geeignete Produkte die Haut bereits stärken, beim Pflegen schützen und regenerieren.“

Die Notwendigkeit liegt nach Meinung der Fachfrau auf der Hand: „Rußpartikel und Feinstaub sorgen für oxidativen Stress, erhöhen die Produktion von Talg in den Drüsen und lassen den Teint fahl erscheinen. Sie setzen sich regelrecht auf der Haut fest. Noch schlimmer ist, dass an den Partikeln Schwermetalle und Chemikalien haften, die in die Haut eindringen und sie schädigen können.“ Der Schmutz lege sich dann wie ein Schleier auf die Oberfläche. Die Verstopfung der Poren lasse Unreinheiten entstehen und verschlechtere die Hautstruktur. Das könne man sogar sehen.

Ein weiterer negativer Aspekt sie die schnellere Hautalterung, sagt Birgit Huber vom Industrieverband Körperpflege und Waschmittel: „Das Schädliche an diesen Umwelteinflüssen ist, dass sogenannte freie Radikale das sind aggressive Sauerstoffverbindungen, den Körper beeinflussen. Wir sprechen hier von einer extrinsischen Hautalterung, da diese durch äußere Einflüsse hervorgerufen wird. Sie zeigt sich beispielsweise an Falten, abnehmender Spannkraft und Elastizität der Haut sowie dem verstärkten Auftreten von Pigmentflecken.“

Was also tun, um die Haut gegen die Luftverschmutzung zu wappnen? Für alle befragten Expertinnen ist die Antwort einfach: Es gilt vor allem, die hauteigene Barriere zu stärken. „Je stabiler die Barriere, desto weniger ‚Schmutz’ kann in die Haut eindringen und Schaden verursachen“, sagt Kosmetikwissenschaftlerin Streker. „Eine gründliche Reinigung stellt dabei die effektivste Maßnahme gegen Feinstaub dar. Was von der Haut entfernt wird, kann sie nicht mehr angreifen.“

Auch Birgit Huber rät, die Haut regelmäßig und sanft zu reinigen. Dazu gehöre, die Haut abends zu waschen und ein bis zwei Mal pro Woche ein mildes Peeling zu verwenden. Für Jenny Pohl sind Moringa- und Arganöl, Sheabutter und Irish Moss ideale Zutaten für Reinigungsprodukte. Bei der anschließenden Pflege seien Antioxidantien unverzichtbar: „Sie verhindern, dass die Gesichtshaut wiederholt Entzündungen ausgesetzt ist, denn dann lassen die Heilungsmechanismen nach und der Teint altert schneller.“

Mindestens ebenso wichtig seien Feuchtigkeit und Lipide. In trockene Haut könnten Schadpartikel leichter eindringen. Pohl erklärt: „Korkeichenextrakt, Nachtkerzen- oder Kaktusfeigenöl sind hier passende Inhaltsstoffe. Im asiatischen Raum, dem Ursprungsgebiet der Anti-Pollution-Pflege, werden außerdem Extrakt und Samenöl der Kamelie verwendet.“

Zusätzlich zur äußeren Pflege lasse sich die Haut von innen stärken, sagt Meike Streker. „Eine gesunde Ernährung, die zu einer guten Hautqualität beiträgt, schützt die Haut vor äußeren Einflüssen. Das bedeutet, dass wir uns ausgewogen ernähren und dem Körper ausreichend Spurenelemente und Vitamine liefern sollten.“

Die Wissenschaftlerin hat zudem eine Studie für die Universität Hamburg mitbetreut, in der die Wirksamkeit von Trinkampullen untersucht und mit positivem Effekt getestet wurde. Ihrer Meinung nach könnten sogenannte Kollagen-Peptide die Feuchtigkeit und Elastizität der Haut verbessern.