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Pharmazeutische Fabrik auf dem Meeresgrund

Das Bild zeigt einen Glasschwamm im zentralen Pazifik in mehr als 4000 Metern Wassertiefe. Foto: Geomar
Das Bild zeigt einen Glasschwamm im zentralen Pazifik in mehr als 4000 Metern Wassertiefe. Foto: Geomar FOTO: Geomar
Kiel. Schwämme gehören zu den ältesten mehrzelligen Organismen der Erde, denn sie sind extrem widerstandsfähig. Schwämme haben in der Erdgeschichte viele Lebensformen kommen und gehen gesehen. Sie haben Massensterben überstanden und sind heute fast in jedem Lebensraum im Meer zu finden, von den Tropen bis zur Tiefsee. Nico Pointner

Doch Schwämme sind nicht nur Multitalente, wenn es ums Überleben unter widrigen Umständen geht. Sie sind selbst zum Lebensraum für Mikroben geworden, berichtet das Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel . "Wir haben weltweit 40 000 verschiedene Arten von Mikroorganismen in Schwämmen entdeckt", erklärt Professorin Ute Hentschel-Humeida. Die Mikroben helfen Schwämmen bei der Bekämpfung von Krankheiten oder der Abwehr von Feinden. Die Ergebnisse einer internationalen Studie, an der die Kieler Forscher teilnahmen, habe eine enorme Vielfalt an Mikrobenarten zutage gefördert. Den Rekord halte ein einzelner Schwamm, der 12 000 verschiedene Mikroorganismen enthielt. Diese Artenvielfalt, die sich die Schwämme herangezüchtet haben, könne auch dem Menschen nützlich sein. Denn die Mikroorganismen produzierten Stoffe, die möglicherweise auch für medizinische Anwendungen, für Nahrungsmittel oder Kosmetik nutzbar sind. "Schwämme sind eine wahre Schatzkammer der Natur", erklärt Ute Hentschel-Humeida.