Nach dem Sonnenbad benötigt die Haut Kühlung

Beauty : Nach dem Sonnenbad benötigt die Haut Kühlung

() After-Sun-Produkte sollen die sonnengestresste oder -strapazierte Haut kühlen, befeuchten und pflegen und bei Sonnenbrand für Linderung oder sogar Heilung sorgen. Die Werbung für solche Produkte verspricht allerlei Wohltuendes.

Darüber ärgert sich Professor Eckard Breitbart von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) schon seit Langem: „Wenn etwa von Regeneration oder Reparatur die Rede ist, führt das zu völlig falschen Erwartungen.“

Je intensiver die Sonne strahlt, desto größer ist die Belastung der Haut, heißt es dazu auf der Internetseite der ADP. 15 Minuten Sommersonne auf Gesicht und Hände seien ausreichend für die Bildung des lebenswichtigen Vitamins D3, „alles darüber hinaus kann der Gesundheit schaden“. Die Haut altere schneller und langfristig wachse das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.

Den Körper von vornherein von zu viel Sonne zu schützen rät Öko Test. Experten haben die Inhaltsstoffe von 29 Lotionen, Gelen und Sprays mit „After Sun“ oder „Après Soleil“ im Namen getestet hat. 20 davon wurden mit „sehr gut“ oder „gut“ benotet. Unter anderem führten Duftstoffe, die Allergien auslösen können, umweltbelastende Kunststoffverbindungen, Mineralöl-Rückstände und irreführende Werbung zu Abwertungen. Das Fazit der Tester: After-Sun-Produkte können kühlen, wie es auch ein nasser Lappen kann. Sie können aber die Haut nicht reparieren.

Auch der NDR hat sich mit der Nach-dem-Sonnenbad-Kosmetik beschäftigt und ließ fünf Produkte an der Universität Hamburg testen. Das Ergebnis: Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Body-Lotion, die ebenfalls getestet wurde, können After-Sun-Produkte den Wasserverlust der Haut deutlich messbar senken. Dabei spielen Preisunterschiede keine Rolle.

Käufer sollten auf Produkte mit schädlichen Inhaltsstoffen wie chemische Duftstoffe und Parfüms verzichten oder die After-Sun-Produkte selbst herstellen. „Quark oder Joghurt aus dem Kühlschrank können als Maske auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden.“ Um die Haut aber nicht noch mehr zu reizen, sollte die Maske entfernt werden, bevor sie antrocknet.

Als „Geheimwaffe“ gegen Rötungen wird auch Aloe-Vera-Gel empfohlen. Es gilt als besonders feuchtigkeitsspendend. Erhältich ist es in der Drogerie oder in der Apotheke. Wer eine Aloe-Vera-Pflanze zuhause hat, kann die gelartige Flüssigkeit aus dem Inneren der dickfleischigen Pflanzenblättern direkt auf die Haut auftragen.

Wenn die Haut nicht nur gerötet, sondern verbrannt ist, können nach Angaben der ADP auch Cremes aus der Apotheke mit Allantoin, a-Bisabolol, Panthenol oder Cortison helfen. Viel zu trinken gleiche den Flüssigkeitsverlust des Körpers aus. Schwere Verbrennungen mit Schüttelfrost, Fieber und womöglich Blasen müssen vom Arzt behandelt werden.

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