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Mit Gentechnik dem prallen Hüftgold zu Leibe rücken

Mit Gentechnik dem prallen Hüftgold zu Leibe rücken

(ml) Forscher der Technischen Universität Graz haben weltweit zum ersten Mal mit Gentechnik weiße menschliche Fettzellen, die Energie speichern, in braune umgewandelt, die Energie durch die Entwicklung von Wärme verbrennen. Gelungen ist dies mithilfe winziger Moleküle, sogenannter MikroRNAs. Die Mikro-RNAs befinden sich im Erbgut der Zellen und regulieren sehr schnell und effizient die Aktivität von Genen. Sie können also einzelne Gene an- und abschalten. Dieser Schalt-Mechanismus kann zum Beispiel durch Sport, Ernährung, aber auch Gifte in Gang gesetzt werden. Gene ein- und ausschalten

(ml) Forscher der Technischen Universität Graz haben weltweit zum ersten Mal mit Gentechnik weiße menschliche Fettzellen, die Energie speichern, in braune umgewandelt, die Energie durch die Entwicklung von Wärme verbrennen. Gelungen ist dies mithilfe winziger Moleküle, sogenannter MikroRNAs.

Die Mikro-RNAs befinden sich im Erbgut der Zellen und regulieren sehr schnell und effizient die Aktivität von Genen. Sie können also einzelne Gene an- und abschalten. Dieser Schalt-Mechanismus kann zum Beispiel durch Sport, Ernährung, aber auch Gifte in Gang gesetzt werden.

Gene ein- und ausschalten

Die Grazer Wissenschaftler haben durch die Zufuhr von MikroRNAs weiße Fettzellen dazu angeregt, sich in braune Zellen zu verwandeln. Wenn es zukünftig gelingen sollte, MikroRNAs zuverlässig in den Fettzellen als Schalter zu verwenden, um weißes in braunes Fett umzuwandeln, ergäben sich ganz neue Behandlungsmethoden, um Fettleibigkeit und auch Typ-2-Diabetes einzudämmen. Bauen dicke Menschen ihre Fettpolster ab, führt das nicht nur zu einer besseren Figur, sondern reduziert auch die Gefahr von Organschäden durch überschüssige Fette und Zucker.

Im Gegensatz zu weißen Fettzellen sind in braunen Fettzellen mehr Mitochondrien vorhanden. Diese Zellkraftwerke können dazu angeregt werden, massiv Energie zu verbrennen und Körperwärme zu erzeugen. Mitochondrien sind auch in den Muskelzellen für die Energieerzeugung zuständig.

Die Wissenschaftler in Graz hatten mit menschlichen Zellen experimentiert und im menschlichen Erbgut gezielt nach MikroRNAs gefahndet. Diese kleinen RNA-Schnipseln galten bis vor Kurzem noch als nutzlos und wurden als genetischer Schrott angesehen. Die Grazer Forscher entdeckten jedoch MikroRNAs, die eine besondere Rolle bei der Entwicklung von Fettzellen spielen: die MikroRNA-26-Familie.

Diese MikroRNAs wirken nicht direkt auf die Mitochondrien , sondern regen die Bildung eines Proteins an, das UCP1 genannt wird. Dieses winzige Eiweiß kurbelt in den Fettzellen den Stoffwechsel an und steigert dadurch die Fettverbrennung.

"Die MikroRNA-26-Familie ist also in der Lage, die Fettzelle von der Energiespeicherung auf die Energieverbrennung umzupolen", erläutert Dr. Marcel Scheideler, einer der beteiligten Wissenschaftler. Das Grazer Team hat seine Entdeckung für eine später vielleicht mögliche therapeutische Anwendung zum Patent angemeldet. Was noch fehlt, ist ein geeignetes Transportmittel, um die Mikro-RNAs gezielt zu den Fettdepots im menschlichen Körper zu bringen. Hierfür haben die Forscher mit Kollegen aus anderen Fachbereichen bereits Nanopartikel entwickelt, die als geeignete Fuhrwerke gelten.