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Mehr Fett und weniger Kohlenhydrate auch für Diabetiker

Boston. (ug) In der wissenschaftlichen Fachliteratur stößt man auf zahlreiche Studien mit neuen Erkenntnissen zu Fett und Kohlenhydraten in der Nahrung. So vermeldete Professor Dr. Osama Hamdy vom weltberühmten Joslin Diabetes Center der Harvard Medical School in Boston , USA, kürzlich eine Ernährungsrevolution: das "Ende der Ära" kohlenhydratreicher Ernährung als Vorbeugung und Behandlung des Diabetes .Die Wohlstands- und Überflusskrankheit Typ-2-Diabetes steigt weltweit an.

Bei Diabetikern ist das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle, Blindheit, Nierenleiden und Demenz deutlich erhöht. Dem Diabetes vorzubeugen, ist daher ein Thema, das viele Menschen angeht, insbesondere jene mit zu viel Fett im Bauchraum und in der Leber.

Etwa jeder dritten Erwachsene hierzulande hat eine Fettleber . Sie ist jedoch meist sehr gut heilbar: zunächst durch eine drastisch reduzierte Kalorienaufnahme und langfristig durch eine kohlenhydratreduzierte, dafür eiweiß- und fettreichere Ernährung. Mit mehr Fett gegen die Fettleber - das klingt unlogisch. Doch es ist die fettarme, kohlenhydratreiche Kost (Brot, Nudeln, Kuchen, Gebäck, Süßigkeiten, süße Getränke), die viele Zeitgenossen - auch schlanke - innerlich verfetten lässt. Denn überschüssige Kohlenhydrate (Zucker) baut der Körper zu Fett um und lagert sie ein.

Auch Harvard-Professor Hamdy ist sich sicher, dass die vielen Kohlenhydrate , die man den Menschen in den letzten 40 Jahren empfohlen hat, und die sie offensichtlich auch gegessen haben, zum Anstieg der Fettsucht und des Typ-2-Diabetes beigetragen haben. Die Empfehlung der medizinischen Fachgesellschaften, beim Fett zu sparen und dafür mehr Kohlenhydrate zu essen, sei fehlerhaft gewesen. Sie habe mit dazu geführt, dass Diabetiker schlecht eingestellt waren, dass sich Blutfett- und Cholesterinwerte verschlechtert haben und dass sich die dem Diabetes zugrunde liegende Insulinresistenz weiter verschlimmerte.